Vorläufiger Scoutbericht:

Akram Afif (20) - Der katarische Ronaldinho in LaLiga"


"Er ist ein super interessanter Spieler, sehr jung, sehr schnell und als er bei Eupen gespielt hat, hat er meiner Meinung nach nichts falsch gemacht“, so der ehemalige spanische Nationalspieler Luis Garcia über Afif. Offensiv flexibel, technisch hervorragend, trickreich, explosiver Antritt und eine gesunde Uneigennützigkeit zeichnen den jungen Katari aus. Afifs fußballerische Geschichte begann mit 11 Jahren in der "Aspire Academy" in Doha, eine Sportschule, welche junge katarische Fußballer zu Profis weiterentwickelt. Aufgrund seiner enormen Anlagen führte sein Weg schon relativ früh nach Europa, als er leihweise für die Jugend des FC Sevilla und des FC Villarreal spielte. Im Januar 2015 wechselte er dann in die zweite belgische Liga zu KAS Eupen, zu einem Verein, an dem "Aspire (Academy)" als Investor beteiligt ist und mehrere Kataris unter Vertrag standen und heute noch stehen und als so eine Art "Sprungbrett" nach Europa gesehen werden kann. Afif spielte eine hervorragende Saison in Belgien, erzielte acht Tore und bereitete ein weiteres vor und bewegte den FC Villarreal dazu, ihn im Sommer letzten Jahres wieder zu verpflichten.

Das "Gelbe U-Boot" lieh den Katari aber erstmal an Sporting Gijon aus, um ihm den Sprung in LaLiga zu vereinfachen. Direkt am ersten Spieltag beim 3:1 Sieg über Athletic Bilbao schrieb Afif dann Geschichte. Als er in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, war er offiziell der erste Katari in LaLiga! Allein diese Tatsache deutet daraufhin, welchen Stellenwert er in seiner Heimat genießt.

„Es ist eine Ehre für mich der erste Katari zu sein..., ich repräsentiere mein Land, mein Nationalteam, Aspire und fände es toll, wenn ich auch die nächste Generation katarischer Fußballer inspirieren kann, in LaLiga oder einer anderen europäischen Liga zu spielen. Es ist eine Verantwortung und eine Ehre zugleich.“, so Afif zum katarischen „Supreme Committee for Delivery & Legacy“.Leider kommt er in der aktuellen Saison nicht so richtig zum Zuge bei Gijon aufgrund der starken Konkurrenz in der Offensive in Persona von Moi Gomez, Burgui und Duje Cop, allesamt ebenfalls Neuzugänge. Auf Afifs persönlicher und ernüchtender Bilanz stehen wettbewerbsübergreifend nur 228 Spielminuten, kein Tor und keine Vorlage. Sein früherer Teamkollege in Eupen, Spaniens Ex-Nationalspieler Luis García, kann diese Situation nicht nachvollziehen:

„Ich wundere mich, dass Afif nicht öfter spielt. Er ist ein super interessanter Spieler, sehr jung, sehr schnell und als er bei Eupen gespielt hat, hat er meiner Meinung nach nichts falsch gemacht“, sagte er gegenüber „Radio Marca Asturias“. Trotz der besonderen Umstände bleibt Afif optimistisch und denkt schon vorausschauend an die WM 2022 in seinem Heimatland:

„Mein Ziel ist es, das beste Level meiner Karriere während des Turniers zu erreichen. Die Erfahrungen, die ich in den kommenden Jahren sammeln werde, werden mir helfen. Das Ziel ist es, bis dahin ein starkes Team zu haben, um unser Land gut zu repräsentieren. Wir wollen nicht nur dabei sein, sondern weit kommen. Wir wollen die anderen Mannschaften im Kampf um den Titel herausfordern. Das ist unser Ziel. Und wir können es erreichen.“

Der erste Schritt zu solch hohen Zielen sollte aber ein kluger Vereinswechsel sein, damit er die nötige Spielzeit bekommt, um seine Anlagen auf europäischem Topniveau weiterentwickeln zu können, aber bis dahin hat er noch eine Menge Zeit...

Autor: Sascha Baharian/ Stand: 20.04.2017