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Scoutbericht:

Aleksandr Golovin (21) – Russlands Hoffnungsträger für die Zukunft


Allgemeines: Seit Jahren kann die russische Nationalmannschaft nicht mehr so wirklich mit guten Leistungen glänzen, weshalb ein Umbruch in vollem Gange ist. Man setzt nun auf jüngere Spieler und gibt diesen eine Chance, sich zu beweisen. Einer der jüngeren Generation, der schon ein fester Bestandteil der Sbornaja ist, ist der erst 21 Jahre alte Aleksandr Golovin von ZSKA Moskau.

Der in Kaltan, was in Sibirien liegt, geborene zentrale Mittelfeldspieler spielte in der Jugend bis 2012 für Metallurg-Kuzbass Novokuznetsk, bevor es ihn dann nach Moskau zu ZSKA zog. Seit dem Sommer 2015 ist er fester Bestandteil des Profikaders und hat sich mittlerweile auch als absoluter Leistungsträger in der ersten Elf des Vereins etabliert. Auch aus dem Nationalteam ist er, wie auch schon erwähnt, nicht mehr wegzudenken und auch der ehemalige russische Nationaltrainer Leonid Slutski gilt als großer Fan Golovins. So gestand er sogar, den Rechtsfuß anders behandelt zu haben als seine Nationalmannschaftskollegen: „In der russischen Nationalmannschaft kümmere ich mich um Golovin mehr als um den Rest. Nicht weil er von ZSKA ist, sondern weil er der Jüngste von Ihnen ist.”

Zahlreiche Transfergerüchte

Zwar läuft sein Vertrag noch bis Sommer 2021, die Gerüchte um einen möglichen Transfer reißen um ihn allerdings nicht ab. Als Interessenten werden aber auch die absoluten Top-Klubs in Europa genannt, denn mit Borussia Dortmund, dem FC Chelsea London, dem FC Arsenal London und besonders dem FC Barcelona ist definitiv keine Laufkundschaft im Rennen um das Mittelfeldjuwel dabei. Bereits im letzten Sommer gab es lange Gerüchte um einen Transfer zu Arsenal, letztendlich passierte jedoch nichts und Arsenals Scout Pavel Kucherov äußerte sich recht klar zu den Spekulationen: „Er ist nicht talentiert genug für das europäische Topniveau und es ist unrealistisch über einen Transfer zu einem Top-Klub in der Premier League zu diskutieren.“ Damit schienen die Gerüchte endgültig vorbei zu sein, denn Kucherov ist speziell auf den russischen Markt fokussiert und hat Golovin wohl im Vorfeld oft genug beobachtet, um eine solche Aussage treffen zu können. Zwar wirkt diese Aussage recht hart, allerdings gab er auch einen Tipp, was er verbessern muss, um sich für größere Vereine interessant zu machen: „Um es bei einem der Top-Klubs zu schaffen, muss Aleksandr seinen Fußball insgesamt verbessern, zudem seine physischen, psychischen sowie mentalen Fähigkeiten.“

Bestätigtes Interesse?!

Jetzt im Winter gibt es allerdings wieder Gerüchte über einen Wechsel des vermeintlich größten Talents des Landes, die auch sein Berater Sandor Varga noch befeuert. Nach Aussagen von Varga ist Arsenal wieder der Topfavorit auf eine Verpflichtung: „Es hängt alles vom Coach ab. Ich vertraue Wenger. Wenn Aleksandr unter ihm spielen darf, wäre er sehr glücklich." Aber auch der FC Barcelona ist jetzt wohl mit in der Verlosung wie Varga ebenfalls bestätigt: „Warum nicht? Ich denke, dass er großes Potenzial hat. Ihre Scouts schauen nicht nur zum Spaß zu." Im Sommer steht dann auch die WM 2018 in Russland vor der Tür, bei der er eine wichtige Rolle spielen soll und sich absolut ins Rampenlicht spielen kann. Sein absolutes fußballerisches Vorbild ist übrigens Mesut Özil, derzeit Spieler des FC Arsenal London.


Stärken: Golovin gilt als sehr bodenständig und als ein sehr ruhiger Vertreter seiner Zeit, der sich aber sowohl im Training als auch in den Spielen voll reinwirft und immer alles gibt. Im Training arbeitet er hart an sich und will sich immer verbessern, im Spiel arbeitet er gleichermaßen viel für sein Team und ist oft einer der Spieler mit der größten Laufdistanz auf dem Platz. Der junge Russe besticht auf dem Platz mit einer selbstbewussten Spielweise und auch seiner Flexibilität, die wahre Waffen des Mittelfeldtalents sind.

Besticht durch Jugendzeit mit feiner Technik

Als zentraler Mittelfeldspieler fordert er natürlich so oft es geht den Ball, um das Spiel dank seines äußerst präzisen Passspiels aufbauen zu können. Dabei hilft ihm natürlich seine ausgezeichnete Übersicht und auch seine Beidfüßigkeit, denn er kann auch mit seinem schwächeren linken Fuß seine Mitspieler oft ohne Probleme finden. Hervorheben kann man dabei noch, dass ihm durch seine Vergangenheit als Futsalspieler in seiner Jugendzeit in seinem Spiel äußerst selten technische Fehler passieren und er sich dadurch auch in engeren Situationen mit einem guten Tempo sowie einem hervorragenden Dribbling befreien kann.

Dribbling als größte Stärke

Das Dribbling ist gewiss sein größter Vorzug, da er es oftmals bereits mit seiner ersten schnellen Bewegung direkt an seinem Gegenspieler vorbeischafft und er diese schon früh aus dem Spiel nehmen kann. Zudem besitzt er eine Gabe, die für einen zentralen Mann wie ihn absolut von Vorteil ist und ihm auch sehr hilft, denn er besitzt die Fähigkeit, ein Spiel lesen und so auf verschiedene Spielsituationen gedankenschnell reagieren zu können. Durch seine Kreativität kann er außerdem auch mal aus dem nichts heraus durch einen tödlichen Pass seine Mitspieler optimal in Szene setzen und Chancen kreieren.

Doch wer jetzt denkt, dass er lediglich als Vorbereiter etwas taugt, der fehlt weit, denn Golovin verfügt über eine beachtliche Schusstechnik und ist dadurch ein sehr gefährlicher Mann aus der Distanz. So war er in seiner Jugendzeit auch meistens für jegliche Standardsituationen verantwortlich. Nicht nur in der Spielgestaltung und der Offensive ist er zu gebrauchen, denn auch in der Defensive weiß er mit einer aggressiven Zweikampfführung zu überzeugen, durch die er seine Gegner schnell in Bedrängnis bringen und Bälle erobern kann, wodurch dann wiederum schnelle Gegenangriffe folgen können.


Schwächen: Probleme weist er trotz seiner ganzen Fähigkeiten noch in der Entscheidungsfindung auf, denn er kommt viel zu oft in schwierigere Situationen, weil er vorher den einfachen Pass nicht spielt. Will er es irgendwann bei einem größeren Verein in einer stärkeren Liga schaffen, muss er das unbedingt vermeiden, denn auf höherem Niveau werden solche resultierenden Ballverluste meistens eiskalt bestraft.

Physis und Fairness noch Schwachpunkte

Wie es Arsenal-Scout Kucherov auch schon gesagt und festgesellt hat, fehlt ihm zudem noch die für ein Engagement in der Premier League oder allgemein einer stärkeren Liga nötige Physis, um sich auch körperlich im Zweikampf beweisen zu können. In der Luft ist er trotz seiner 1,80m Körpergröße so gar kein Faktor, was zum Teil ziemlich sicher auch an seiner fehlenden Physis liegt. Des Weiteren könnte er noch besser antizipieren, um mehr Bälle abfangen zu können, denn sein aktueller Wert mit 1,1 abgefangenen Bällen pro Spiel ist definitiv ausbaufähig. Zu guter Letzt scheint es als durchaus möglich, dass er ein wenig fairer spielt, denn in der laufenden Saison sammelte er bislang schon stolze neun gelbe Karten, was schon eine richtige Ansage ist.


Prognose: Golovin hat sich bei den Scouts in ganz Europa schon einen Namen gemacht und hat seit der letzten Saison einen Stammplatz in der ersten Elf. Trainer Viktor Goncharenko schenkt ihm sein Vertrauen und dieses zahlt er Woche für Woche mit guten Leistungen zurück. Durch diese überzeugenden Leistungen und seine sehr positive Entwicklung werden sich mit der Zeit auch immer mehr Vereine ins Rennen um das russische Juwel einschalten, doch was letztendlich passieren wird, ist völlig offen.

Zukunft völlig offen

Für den neutralen Beobachter wird es spannend zu beobachten sein, wie er seine Zukunft plant und vor allem auch wo er sie sieht bei den ganzen vermeintlichen Interessenten. Er soll Arsenal persönlich bevorzugen, aber ob ein Wechsel zum Team von Arsène Wenger in Frage kommt, wird davon abhängen, ob wirklich ein Interesse des Premier League-Klubs besteht. Entscheidend wird sein, wie man mit ihm planen würde, denn Golovin wird mit Sicherheit nicht gerne auf der Bank Platz nehmen wollen.

Abschließend sehen wir in ihm das Potenzial, in absehbarer Zeit in einer größeren Liga auflaufen zu können, ob es sich dabei allerdings um einen der aktuell gehandelten Klubs handelt, wird sich mit seiner Entwicklung zeigen. Möglich ist aber auch, dass er ähnlich wie viele andere russische Spieler noch langfristig in der Liga bleibt, denn in letzter Zeit haben nicht wirklich viele Russen außerhalb Russlands in stärkeren Ligen überzeugen können. In der Nationalmannschaft wird er jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit eine bedeutende Rolle spielen können und eine der wichtigen Säulen in der Zukunft des Teams bilden.

Autor: Florian Först/ Stand: 06.01.2018

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