Stand: 26.09.2017/ Bild: twitter.com/AngelCorrea32

Hier gehts zum aktuellen Transfermarkt.de-Profil:

Scoutbericht:

Allgemeines: Stell dir vor, du wächst in einem Ort auf, der von Kriminalität und Drogenhandel geprägt ist. „Alle haben dir eingeredet, dass du als Drogenabhängiger oder im Gefängnis enden wirst.“ Geboren in Rosario in Argentinien hatte Angel Correa eine sehr harte und von Rückschlägen gebeutelte Kindheit. Als er 10 Jahre alt war, starb sein Vater, zwei Jahre darauf auch sein älterer Bruder. Doch Correa war nicht der Typ, der daran zerbrach, im Gegenteil, er gab Vollgas und nutzte sein Talent, um der Armut und dem Kummer zu entkommen. Mit 12 Jahren schaffte er es schließlich in die Jugendakademie von CA San Lorenzo de Almagro, der Grundstein Richtung Profifußball wurde somit manifestiert.

Komplikationen beim Transfer zu Atletico

Als im Sommer 2014 dann Champions League-Teilnehmer Atletico Madrid anklopfte, hätte man denken können, dass er zum damaligen Zeitpunkt sein persönliches Glück gefunden hatte, doch leider nicht bei Angel. Eigentlich war er sich bereits einig mit seinem neuen Verein und nur noch der Medizincheck stand aus, doch dieser verlief alles andere als gut. Die spanischen Ärzte entdeckten einen Klumpen in einer seiner Herzkammern, der sich letztendlich als Tumor herausstellte. Entgegen aller Erwartungen nahmen die Madrilenen aber keinen Abstand von der Verpflichtung, sondern suchten mit ihm gemeinsam die besten Ärzte auf, damit er wieder vollkommen gesund werden kann. Man fand Experten in New York, wo er vier Stunden lang operiert wurde und alles zu seinen Gunsten verlief. Er kämpfte sich zurück und bereits sechs Monate später war er wieder vollkommen fit und bereit für Madrid, weshalb der Wechsel schließlich im Dezember 2014 endgültig zustande kam. Nach seiner Operation sagte er: „Ich möchte dem Präsidenten des Vereins, dem Trainerteam, meinen Mitspielern und allen danken, die mich in dieser schweren Zeit unterstützt haben, ich bin dankbar, dass ich es überstanden habe.“ 15 Monate nach seiner OP war er zum ersten Mal der gefeierte Held in Madrid, als er in seinem zweiten Spiel für Atletico gegen SD Eibar sein erstes Tor erzielen und eine Vorlage geben konnte.

Ein wahrer Kämpfer!

Der 22-jährige Stürmer ist Nationalspieler Argentiniens und gilt zusammen mit Fiorentinas Giovanni Simeone als eines der größten Sturmtalente des Landes. Sein Marktwert liegt bei beeindruckenden 18 Mio. Euro. Der Rechtsfuß wird primär im rechten Angriff eingesetzt, kann aber auch im linken Angriff oder als hängende Spitze agieren.
In der vergangenen Saison brachte er es bei 31 LaLiga-Spielen auf 4 Tore und 8 Vorlagen und auch in der neugestarteten Saison konnte er bereits sein erstes Tor erzielen. Doch wieder folgt der nächste Rückschlag, denn man fand erst vor kurzem seinen älteren Bruder tot auf. Ein Grund mehr für ihn, noch mehr zu kämpfen und zu beißen! Diego Simeone sagt über ihn:
„Er ist ein anderer Spieler, als die, die wir sonst im Sturm haben. Er bewegt sich gut im Strafraum und ist sehr gefährlich. Er kann Elfmeter herausholen und hat die Dreistigkeit, die man braucht, um Fußball zu spielen. Er hat keine Angst, und das gefällt uns.“


Stärken: Correa besitzt eine vorbildliche Mentalität und beeindruckte damit bei Atletico zu Beginn sehr viele. Er schafft es, auch unter Druck in großen Spielen schon seine Leistung zu bringen und ist dabei in der Offensive flexibel einsetzbar. Durch seine feine Technik und seine hohe Geschwindigkeit besitzt er optimale Voraussetzungen fürs Dribbling, weshalb er in eben diesem auch so unfassbar stark und auch trickreich ist. Hervorzuheben ist hierbei besonders sein explosiver Antritt, der den meisten Gegenspielern Probleme macht. Auch mit Ball am Fuß ist er noch sehr schnell unterwegs und besitzt zudem auch flinke Füße. Seinen guten ersten Kontakt muss man in Bezug auf seine Technik ebenso betonen wie seine sehr enge Ballführung.

Correa findet oft freie Räume

Dank seiner geringen Körpergröße besitzt er zudem einen niedrigen Körperschwerpunkt und daher eine sehr gute Balance sowie eine sehr hohe Beweglichkeit, durch welche er für seine Gegenspieler nur äußerst schwer zu verteidigen ist und so auch mal mehrere Gegenspieler auf einmal stehen lassen und gefährliche Chancen kreieren kann. Sogar auf engstem Raum ist er durch seine exzellente Ballbehandlung nur sehr schwer vom Ball zu trennen und schafft es immer wieder, sich durch schnelle Drehungen im richtigen Moment vom Gegner zu lösen, sich wieder Platz zu verschaffen und in den freien Raum vorzudringen.
Er gilt als sehr reaktionsschneller Spieler, der Situationen blitzschnell erkennen und nutzen kann. Dies gelingt ihm durch sein sehr gutes Spielverständnis, wodurch er es auch immer wieder schafft, entweder den freien Raum zu finden und schnell in diesen vorzustoßen oder den freien Raum für seine Mitspieler zu schaffen.

Exzellenter Torvorbereiter

Bekommt er auch nur ein bisschen Platz, so kann es durch seine rasche Entscheidungsfindung, seine Torgefahr und vor allem seine Qualitäten als Vorlagengeber sehr schnell gefährlich für das gegnerische Tor werden. Besonders seine Qualitäten als Vorlagengeber konnte er in der letzten Saison oft zeigen, was seine Statistik auch belegt. Mittels seiner guten Übersicht spielt er gerne und besonders auch wichtige Schlüsselpässe, welche auch seine Kreativität ausweisen. Dank seiner eigenen Schusstechnik ist er in der Lage, bereits aus der Distanz mit einem Fernschuss gefährlich für den Gegner zu werden.


Schwächen: Der junge Gaucho muss allerdings noch daran arbeiten, defensiv zweikampfstärker zu werden, da er nur 35 % seiner Zweikämpfe diese Saison für sich entscheiden konnte. Zudem könnte er selbst noch torgefährlicher werden und seine Torstatistik optimieren, denn als absoluter "Goalgetter" ist er eher nicht bekannt. Jedoch ist Correa diese Saison bereits mit drei Treffern in sechs Einsätzen vielversprechend gestartet und es scheint, als hätte er in der Sommerpause nachhaltig daran gefeilt. Ihm fehlt ebenfalls noch die nötige Physis beziehungsweise die Robustheit, um sich im direkten Zweikampf gegen körperlich starke Verteidiger durchsetzen zu können. Zuletzt sollte auch sein Passspiel präziser werden, denn hier hat er bei einer Passquote von 74% sicherlich noch Luft nach oben. Seine fehlende Kopfballstärke fällt für ihn als Flügelstürmer nur gering ins Gewicht.


Prognose: Der dribbelstarke Wirbelwind hat in seinem Leben schon so einiges mitmachen müssen, aber nun kann er sich zum Glück komplett auf den Fußball konzentrieren und im Estadio Vicente Calderón zeigen, was in ihm steckt. Atletico Madrid ist bekannt dafür, starke Offensivtalente zu absoluten Topspielern formen zu können, was bereits die Vergangenheit veranschaulichen konnte. Mit Trainer Simeone hat er zudem einen Landsmann an seiner Seite, von dem er in Sachen Defensivarbeit auf allerhöchstem Niveau ausgebildet werden kann. Zwar spielt Correa schon jetzt auch in Partien gegen gute Gegner teilweise groß auf, doch muss er zusammengefasst mehr Effektivität in seine Aktionen bekommen.
Aufgrund seiner Qualitäten sind viele Vereine an ihm interessiert, jedoch ist ein Abgang für die Hauptstädter keine Option.

Wir hoffen, dass er unter Diego Simeone weiterhin so viel lernen kann und sich so gut entwickelt wie bisher, denn dann könnte er sich schon bald in die Reihe der Atletico-Topspieler um Diego Forlan, Falcao, Diego Costa und Co. einreihen. Wir sehen in ihm das Potenzial, langfristig zu einem der nächsten Topstars bei Atletico und auch in der Nationalmannschaft Argentiniens zu reifen. Wenngleich es in "La albiceleste" im Offensivbereich traditionell massig Konkurrenz gibt, könnten seine spezifischen Anlagen der Schlüssel zum Erfolg sein. Bis dahin liegt jedenfalls noch viel Arbeit vor ihm, welche er nach seinen dramatischen Erlebnissen und Erfahrungen ohne Zweifel auch noch meistern wird.

Autor: Sven Thomas/ Stand: 26.09.2017

Alle Fähigkeiten auf einen Blick:

Stand: 26.09.2017