Stand: 28.06.2017/ Bild: commons.wikimedia.org

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Scoutbericht:

Allgemeines: Benjamin Mendy wurde am 17. Juli 1994 in Longjumeau in Nordfrankreich geboren. Der französische Linksverteidiger mit senegalesischen Wurzeln begann das Fußballspielen in Palaiseau, einer französischen Gemeinde mit knapp 32.000 Einwohnern südlich von Paris. Diese Gegend war bekannt für ihre Siliziumschmiede, wo unermüdlich und kraftvoll gearbeitet wurde. Ähnlich wie Mendy’s Spielstil, weshalb man meinen könne, er habe dort etwas von abbekommen. 2007 wechselte er mit 13 Jahren in die Jugend des nordfranzösischen Zweitligisten AC Le Havre, wo er nur kurze Zeit später als größtes Talent des Klubs neben Paul Pogba galt. Darum durfte er bereits als 16-Jähriger die Schuhe im Oktober 2010 für die zweite Mannschaft schnüren und war weiterhin aber auch für die U19 der Hafenstädter zuständig.

Sein Weg führt über Marseille nach Monaco

Im Sommer 2011 unterschrieb Mendy dann im Alter von 17 Jahren seinen ersten Profivertrag und konnte sich nach seinem Debüt für die erste Mannschaft am 12. August 2011 direkt in die Stammelf der „Havrais“ spielen. Nach zwei ordentlichen Spielzeiten zog es ihn 2013 von der Normandie ganz in den Süden Frankreichs zum Erstligisten Olympique Marseille, die 4 Mio. Euro für den damals 19-Jährigen überwiesen. Am 11. August 2013 gab er dann sein Pflichtspieldebüt für Marseille, am 7. Spieltag der Saison erzielte er zudem sein erstes Tor in seiner Profilaufbahn und eine Woche darauf stand er sogar erstmals in der Champions League gegen Borussia Dortmund auf dem Platz.
Zur Saison 2016/17 wechselte Mendy für 13 Mio. Euro Ablösesumme zum AS Monaco, bei dem er einen Fünfjahresvertrag unterschrieb und eine so starke Saison spielte, sowohl national als auch international, dass sämtliche Topklubs jetzt hinter ihm her sind. Doch was hat der junge Linksfuß alles zu bieten? – FussballTalente11.de hat ihn für euch genauer unter die Lupe genommen:


Stärken: Mendy ist ein  moderner Flügelverteidiger, der enorme Qualitäten in der Offensive besitzt und es liebt, sich ins Angriffsspiel einzuschalten. Dabei sind speziell seine Flanken seine größte Waffe, denn seit 2015 spielt kein anderer Spieler der Ligue 1 so präzise Flanken (22%) wie er. Sie kommen meistens aus dem Halbfeld mit viel Effet in den 16er, sodass sie zum Geschenk für jeden Mittelstürmer werden. Doch diese Flanken kann er vor allem aufgrund seiner Dribbelstärke, die er gegen Manchester City in der Champions League zeigte, als er sowohl Agüero als auch Sané gleichzeitig ausdribbelte, und seiner klugen Laufwege schlagen. Ganze 171 Mal musste die gegnerische Mannschaft in der abgelaufenen Saison vor einer Hereingabe zittern.

Eine wahre Maschine!

Zudem besitzt der 22-Jährige ein gutes Auge und ist in der Lage, kreative Lösungen zu finden, da er für einen Flügelverteidiger oftmals gefährliche Schlüsselpässe spielt. 2015 spielte er, damals noch in Diensten von Olympique Marseille, fast so viele Schlüsselpässe wie Dimitri Payet und Florian Thauvin, und das als Verteidiger!
Auch körperlich macht man ihm nix vor, da er nicht nur sehr schnell, antrittsstark und physisch robust, sondern auch außergewöhnlich ausdauerstark ist. Oftmals wird Mendy auf seiner Seite nicht von Thomas Lemar in der Defensive unterstützt, doch trotz seiner zahlreichen Ausflüge in die Offensive schafft er es, auch in der Defensive präsent zu sein und damit die Balance zwischen Offensive und Defensive zu halten. Am Anfang seiner Profikarriere stellte dies noch ein Problem dar, mittlerweile hat er dies aber im Griff.

Ausgezeichnete Zweikampfstärke

Gegen den Ball stellt er mit einer ordentlichen Zweikampfquote von 52% und 61% gewonnener Luftduelle eine richtige Hürde für seine Gegner dar und das, obwohl er häufig ins 1-gegen-1 gehen muss und nicht von einem Mitspieler durch Doppeln unterstützt wird. Dies musste der eigentlich dribbelstarke Raheem Sterling im Champions League-Viertelfinale schmerzvoll erfahren, denn er sah kein Land gegen den robusten Franzosen, weder im 1-gegen-1 noch konnte er effektiv angespielt werden, denn Mendy nahm ihn auch mit seinem aufmerksamen Stellungsspiel aus der Partie und fing die Bälle schon ab, bevor sie den Engländer erreichten. Zuletzt verfügt er für sein junges Alter schon über enorm viel Erfahrung auf Europa- und Champions League-Niveau, was ihn mental noch mehr gefestigt haben wird, als er es ohnehin schon war.


Schwächen: Wir haben bei ihm lange nach Schwächen gesucht und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass er keine signifikanten Defizite besitzt. Man könnte ihn aber auf hohem Niveau kritisieren, dass sein Passspiel mit 77% noch etwas Luft nach oben besitzt sowie, dass er noch etwas mehr Bälle abfangen könnte, da er pro Spiel 1,6 Bälle abfängt, was ein durchschnittlicher Wert ist.


Prognose: Mendy ist ein kompletter, moderner Linksverteidiger, der zu den Besten in ganz Europa reifen kann. Mit diesem Leistungsniveau trauen wir ihm zweifellos zu, auch bei einem noch größeren Topklub eine tragende Rolle zu spielen. Die Elite Europas jagt ihn schon seit Jahren und so wie es aussieht, könnte er schon nach einem Jahr im Fürstentum seine Zelte wieder abbauen und nach England in die Premier League weiterziehen. Laut den Medien soll ManCity um Pep Guardiola kurz vor einer Verpflichtung des Neu-Nationalspielers stehen. Überraschend ist das nicht wirklich, da Pep sich aus nächster Nähe anschauen durfte, wie Mendy entscheidend dazu beitrug, dass er aus der Champions League flog.

Autor: Sascha Baharian/ Stand: 03.06.2017

Alle Fähigkeiten auf einen Blick:

Stand: 03.06.2017/ Bild:pixabay.com