Stand: 17.09.2017/ Bild: twitter.com/syncaglar

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Allgemeines: Caglar Söyüncü war in der abgelaufenen Bundesligasaison der Durchstarter beim Sportclub aus Freiburg! Der 21-jährige Innenverteidiger kam im Sommer 2016 von Altinordu für eine Ablösesumme in Höhe von 2,5 Mio. Euro und galt damals bereits als großes Talent. Doch dass der türkische Nationalspieler so einschlägt, konnte kaum ein Fußballfan erahnen. Seine Leistungen waren so beachtlich, dass er das Interesse einiger Topclubs geweckt hat, die nun seine Entwicklung genaustens beobachten. Unter anderem zählen die Manchester-Klubs, die Roma, PSG, Atletico Madrid und viele andere dazu.

Guardiola mit Interesse an einer Verpflichtung

Besonders Pep Guardiola hätte ihn wohl gerne zu den Citizens transferiert, was auch sein Berater bestätigte. Allerdings war weder Freiburg bereit, ihn in diesem Sommer gehen zu lassen, noch wollte er den Breisgau frühzeitig wieder verlassen. Sportchef Jochen Saier sagte über den jungen Innenverteidiger: „An Söyüncü hängt kein Preisschild. Es gibt keine Schmerzgrenze. In diesem Sommer ist er unverkäuflich, weil wir mit ihm den Weg weitergehen wollen und er das auch möchte.“ Darum wurden auch die Angebote von Zenit St. Petersburg, dem OSC Lille und der Roma abgelehnt.

Anfangs war es enorm schwer für Söyüncü, sich zu integrieren, da er weder Englisch noch Deutsch sprach, doch der Sportclub stellte ihm einen Dolmetscher zur Verfügung, damit es ihm leichter fällt. Mittlerweile ist dieser aber immer weniger an seiner Seite zu sehen, denn „das ist neben dem Fußball meine größte Ambition“ sagte er selbst im Dezember 2016.

Ziel ist die Premier League

Sein größtes Ziel ist es aber irgendwann in der Premier League aufzulaufen, jedoch erst wenn er sich bereit dafür fühlt. Zudem gilt er als großer Bewunderer von Jose Mourinho und sagt: „Ich bewundere Jose Mourinho, nicht nur seinen Fußball, sondern gleichermaßen seine Philosophie. Ich würde in Zukunft gerne mit ihm zusammenarbeiten.“
In Freiburg zählt er als die Entdeckung der letzten Saison, da man ihn eigentlich als Perspektivspieler verpflichtete, er sich jedoch frühzeitig als Stammspieler etablierte konnte.


Stärken: Wie man bereits an der Integration merkte, ist Caglar sehr lernwillig und versucht permanent, etwas zu lernen und sich zu verbessern. Dabei verfügt er bereits jetzt über Führungsqualitäten und ist ein absoluter Teamplayer, der schon jetzt in jedem Spiel selbstbewusst auftritt.

Am Ball wirkt er sicher, was sich ebenso positiv auf sein solides Aufbauspiel auswirkt. Sein Tackling besitzt ein außerordentliches Timing und ist mit 73,9% gewonnener Duelle eine wichtige Waffe im Repertoire des jungen Türken. In Sachen Zweikampfstärke machen ihm nicht viele was vor, denn durch seine imposante Physis und seine aggressive Zweikampfführung, bei der er furchtlos und zugleich leidenschaftlich das Gefecht sucht, konnte er eine Quote von 66% erzielen und war damit der 5. stärkste Zweikämpfer der gesamten abgelaufenen Bundesligasaison. Außerdem legt er meistens eine faire Zweikampfführung an den Tag, foult nur in Notsituationen und erhält dadurch auch wenige Verwarnungen. In der Luft ist der 1,87m Mann ebenfalls nur schwer zu bezwingen. Hier kommt er auf eine Quote von 67,2% gewonnener Luftduelle, was ebenfalls einen der besten Werte im deutschen Oberhaus darstellt.

In seinem Spiel hat er zwar noch häufige Aussetzer, aber insgesamt verliert er nur wenige Bälle im Spiel und schafft es oft, schwierige Situationen zu klären, speziell durch seine meist sehr effektiven Grätschen. Aufgrund seiner für einen Innenverteidiger durchaus beeindruckenden Schnelligkeit ist er in der Lage, gegnerische Spieler einfach abzulaufen und so die Bälle zu zurückzuerobern.


Schwächen: Hin und wieder mangelt es ihm an Konzentration, wodurch ihm noch kapitale Aussetzer unterlaufen, die auch schon in Gegentoren mündeten.
Seine Zweikämpfe wurden zwar oftmals gelobt, doch teilweise geht er diese noch zu ungeschickt an. Er gerät auch schnell in schwierige Situationen, da sein Stellungsspiel noch nicht ausgereift ist. Aufgrund dessen konnte er gewiss nicht so viele Bälle abfangen, weshalb wir hier noch Raum für Verbesserung sehen.
Trotz seines guten Aufbauspiels besitzt er leider noch kein allzu sicheres Passspiel und muss an diesem definitiv arbeiten, da seine Passquote nur bei rund 76% lag.


Prognose: Abgesehen von einigen groben Fehlern bestritt Söyüncü eine bemerkenswerte Debütsaison auf hohem Niveau und war letztendlich einer der Garanten dafür, dass der SC Freiburg sich in der Europa League-Qualifikation beweisen durfte, auch wenn man in dieser leider bereits früh ausschied. Trainer Christian Streich hat ihn schon jetzt zu einem richtig guten Innenverteidiger geformt und ihm in weiten Teilen der Saison auch das Vertrauen geschenkt, welches er insgesamt in gute Leistungen für den Sportclub ummünzen konnte. Wir sehen trotz zahlreicher attraktiver Angebote anderer Vereine seinen Verbleib beim SC Freiburg als absolut richtigen Schritt, denn so hat der SC für eine weitere Saison einen exzellenten Innenverteidiger, welcher für mindestens ein weiteres Jahr die nötige Spielpraxis erhält um weiter zu wachsen.

Wir sehen in ihm langfristig das Potenzial, ein guter, gestandener Innenverteidiger in einer der europäischen Topligen werden zu können und, dass er auch in der türkischen Nationalmannschaft durchaus eine führende Rolle spielen kann. Zusammen mit den vielversprechenden Talenten um Hakan Calanoglu, Ozan Tufan, Cengiz Ünder, Emre Mor oder Enes Ünal ist die Türkei derzeit dabei eine goldene Generation zu entwickeln, die in Zukunft zu einem Protagonist im Weltfußball reifen könnte.

Autor: Sven Thomas/ Stand: 15.08.2017

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Stand: 15.08.2017