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Carlos Soler (21) - Aus dem Schatten Villalbas ins Scheinweferlicht


Allgemeines: Als Gary Neville CF Valencias neuer Cheftrainer wurde, entdeckte er in der zweiten Mannschaft der Fledermäuse einen jungen Mittelfeldspieler, dem er eine große Zukunft prophezeite! Die ehemalige Manchester United-Legende prophezeite, dass er der nächste Jungspund sein wird, der es in die erste Mannschaft schaffen wird und deklarierte ihn sogar als „Nächsten David Silva“! Die Rede war von Valencias Fran Villalba!

Im Schatten Villalbas stand damals ein anderer Mittelfeldspieler in Valencias B-Team, für den diese Prophezeiung gepasst hätte. Es geht um Valencias Shootingstar Carlos Soler Barragán! Der am 2. Januar 1997 in Valencia geborene Spanier stieß im zarten Alter von nur acht Jahren zu den „Blanquinegros“. In der Jugend feilte er zielstrebig an seinen Fähigkeiten und arbeitete hart daran, sich einen Namen innerhalb des Vereins zu machen. Dies sollte im Jahr 2015 Früchte tragen, da er mit nur 18 Jahren in Valencias B-Team zum Einsatz kam.

Rasante Entwicklung

Zunächst hatte Soler Anpassungsschwierigkeiten, besonders körperlich war es für ihn eine enorme Herausforderung. Doch auch das bekam er bewältigt und erzielte am 13. Dezember 2015 sein erstes Tor beim 2:2 Remis gegen CF Badalona. Dieses Tor beflügelte Soler dermaßen, dass man seine Entwicklung in den folgenden drei Monaten schlichtweg als phänomenal bezeichnen darf. Es war ein Segen für Soler, dass er nicht so im Scheinwerferlicht wie Villalba stand und den immensen öffentlichen Druck nicht bewältigen musste. Dass dies sehr belastend für junge Talente ist, zeigt der weitere Verlauf der Karriere Villalbas, der aktuell wieder im B-Team der Fledermäuse aufläuft, während Soler in Estadio Mestalla für Furore sorgen darf.

Als sogenannte „zweite Geige“ konnte er sich in Ruhe an das Niveau im Profikader anpassen und sich optimal für sein Debüt in der Primera Division vorbereiten. Die Saison 2016/17 startete wenig erfolgreich für die Fledermäuse und so mussten sich Trainer wie Pako Ayestaran und Cesare Prandelli schon nach kurzer Amtszeit wieder verabschieden. Das Mittelfeld des Traditionsclubs lag in Scherben und man hoffte, dass der aus Watford ausgeliehene Mario Suárez dem Abhilfe schaffen würde. Nach einer sehr beeindruckenden Leistung Suárez‘ gegen den großen FC Barcelona war man voller Hoffnung, dass dieser das fehlende Puzzlestück in einer instabilen Mannschaft sei. Mitnichten! Die Leistungen des Mittelfeldmanns waren in den kommenden Wochen mehr als enttäuschend, was Carlos Soler ohne Zweifel in die Karten spielte.

Soler gerät immer mehr ins Rampenlicht

In Bezug auf die Defizite im Mittelfeld schenkte Prandelli diesem sein Vertrauen im Spiel gegen Anoeta. Zwar ging die Partie mit 2:3 verloren, aber ein Star war geboren! Vor allem in der darauf folgenden Begegnung in der Copa Del Rey zog der 19-Jährige die Blicke auf sich, als er mit einem spektakulären Dribbling mehrere Leganés-Verteidiger wie Fahnenstangen stehen ließ. Die Fans waren hellauf begeistert und sie hatten auch allen Grund dazu!

Prandelli musste gehen, jedoch war es Clublegende Voro, der genau da weiter machte mit Soler, wo der weichende Italiener aufgehört hatte. Er setzte auch in Pamplona gegen Osasuna auf das Mittelfeldass und wurde nicht enttäuscht. Soler zeigte sich sehr ballsicher und kombinierte brillant mit Dani Parejo das ganze Spiel über ohne einmal abzutauchen.


Stärken: Er verdiente sich weitere Einsätze in der Startelf und bestach auch im Derby gegen Villarreal. Gegen das gelbe U-Boot zeigte er eine dermaßen dominante Performance, dass er locker drei Tore hätte erzielen können. Seine Ballbehandlung war exzellent, seine Laufwege nur effektiv und seine Ballsicherheit absolut beeindruckend. Gegen den FC Barcelona hebelte er die komplette Defensive mit einem unfassbaren Steilpass auf Jose Gaya in die Schnittstelle der Abwehr aus, der anschließend das Tor von Munir vorbereitete. Dies zeugt nicht nur von einem exzellenten Passspiel (84% Passquote in der laufenden LaLiga-Saison), sondern auch von einer bemerkenswerten Spielintelligenz und einer hervorragenden Kreativität und Übersicht. Der 1,80m Mann ist nicht nur extrem ballsicher, sondern strahlt eine immense Ruhe am Ball aus, die sich gleichermaßen auf den Rest des Teams überträgt.

Bemerkenswerte Flexibilität

Für sein Alter ist er technisch unheimlich beschlagen. Der Rechtsfuß besitzt ein breites Angebot an Tricks wie beispielsweise die Zidane Pirouette und kann jeden schwierigen Ball in höchster Bedrängnis gefühlvoll verarbeiten. Zudem besitzt er ein sehr ähnliches Stellungsspiel wie David Silva und ist unheimlich flexibel auf allen Positionen im Mittelfeld einsetzbar. Er besitzt die Gabe, jede Position, egal ob auf dem Flügel oder im Zentrum, in extrem kurzer Zeit perfekt zu adaptieren, was ihn unfassbar wertvoll für jeden Trainer macht und eine absolute Seltenheit darstellt. Sein Potenzial scheint grenzenlos zu sein, besonders wenn man seine Freistöße betrachtet. Sie sind eine reine Augenweide, wie man staunend in Valencias Mestalla (B-Team) vorletztes Jahr bewundern durfte!
Unglücklicherweise muss er sich in der ersten Mannschaft hinter Dani Parejo einordnen, da dieser einer der gefährlichsten Freistoßschützen Europas ist.
Wer denkt, dass das Ausnahmetalent nur am Ball beeindruckt, den müssen wir jetzt enttäuschen, denn auch in der Defensive weiß der 20-Jährige zu überzeugen. In der laufenden LaLiga-Saison besitzt er eine Zweikampfquote von 45%, welche im soliden Bereich einzuordnen ist. In der Luft entschied er sogar ganze 55% seiner Duelle für sich.


Schwächen: Soler besitzt tatsächlich wenig Schwächen, die man als signifikant bezeichnen dürfte. Sein Antizipationsvermögen gegen den Ball lässt auf jeden Fall eine Menge Luft nach oben, da er nur drei Pässe des Gegners in 14 LaLiga-Partien abfangen konnte. Ebenso sollte er noch an der Präzision seiner Flanken arbeiten, da diese meist beim Gegner landen. Wenn Soler versucht, dem Gegner den Ball abzugrätschen, schafft er es meist aufgrund eines schlechten Timings nicht fair zu bleiben und begeht daher noch zu viele Fouls.


Prognose: Die aktuelle Saison könnte das große Jahr für Soler werden, da er nicht nur wie ein wahrer Anführer spielt, sondern ebenso eine Menge Ansehen und Unterstützung von den eigenen Fans genießt. Carlos Soler gehört derzeit zu den absoluten Toptalenten Europas und er wird seinen Weg ohne Zweifel gehen. Wir erwarten, dass er spätestens in zwei Jahren zu einem richtigen Topklub wechseln wird und dort auf Anhieb für Furore sorgt. Denn der junge Spanier ist ein nahezu kompletter Fußballer, welcher gleichermaßen durch mentale Stärken zu überzeugen weiß. Beste Vorraussetzungen also für ganz nach oben…

Autor: Sascha Baharian/ Stand: 01.12.2017

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