Vorläufiger Scoutbericht:

Daichi Kamada (20) - Kann er die Offensive der SGE beleben?


In der Rückrunde lief es für die Eintracht aus Frankfurt alles andere als rund. Aufgrund vieler Verletzungssorgen konnte die SGE vor allem in der Offensive kaum Akzente setzen und verpasste trotz beeindruckender Hinrunde die internationalen Plätze. Um offensiv mehr Durchschlagskraft zu entwickeln, verstärkten die Hessen die Abteilung Angriff mit zahlreichen Neuzugängen, einer davon kommt aus dem fernen Japan. Daichi Kamada, 20 Jahre jung und eine Allzweckwaffe für die Offensive! Der Japaner hat trotz seines jungen Alters schon exzellente Statistiken mit 13 Toren und 11 Assists aus 65 J-League Einsätzen vorzuweisen.


Der 1,80m große Kamada konnte in Japans höchster Spielklasse oftmals durch eine tolle Übersicht und Spielintelligenz überzeugen. Er erkennt Lücken in der gegnerischen Defensive und hebelt diese mit präzisen Steilpässen aus. Gibt es keine Optionen für einen gescheiten Pass, dann beschäftigt er seine Kontrahenten mit tollen Tempodribblings und Körpertäuschungen bis sich die Situation zu seinen Gunsten ändert. Zudem ist der japanische U23-Nationalspieler technisch äußerst versiert, besticht durch eine enorm enge Ballführung und durch Beidfüßigkeit am Ball.

Diese Fähigkeiten machen ihn zu einer vielseitigen Option im zukünftigen Angriffspiel der Eintracht, da er durch seine Schnelligkeit auch auf den Außen eingesetzt werden kann. Bei Sagan Tosu agierte er zuletzt als klassischer Zehner, doch da es diese Position bei der SGE in der abgelaufenen Saison nicht gab, ist damit zu rechnen, dass er eher über die offensiven Außenbahnen kommen wird. Falls Trainer Niko Kovac Kamada im zentralen Mittelfeld bevorzugen würde, könnte er unter gewissen Umständen auch dort ins Team wachsen. Denn gegen den Ball ist der Japaner mit einer Zweikampfquote von 49% und 62% gewonnenen Tacklings durchaus eine Option.

Die Eintracht hat in der Offensive jedenfalls dringend Handlungsbedarf und konnte mit Daichi Kamada ein vielversprechendes Talent an den Main ziehen. Mit Akteuren aus dem Reich der aufgehenden Sonne haben die Adler traditionell gute Erfahrungen gemacht. Makoto Hasebe, der sogenannte "Beckenbauer" Japans, kann das in Ehime geborene Mittelfeldass an die Hand nehmen und ihn von seiner Erfahrung profitieren lassen.Schafft es Kamada seine Qualitäten auch auf Bundesliganiveau abzurufen und sich rasch an die deutsche Kultur zu gewöhnen, dann wird die Eintracht noch sehr viel Freude mit ihm haben.

Autor: Sascha Baharian/ Stand: 30.06.2017