Stand: 07.12.2017/ Bild: facebook.com/divockorigi/

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Scoutbericht:

Allgemeines: Schon seit langer Zeit wollte man in Wolfsburg noch was im Offensivbereich machen und noch mehr Tempo ins Angriffsspiel bringen. Dies scheint den Wölfen nun mit der Verpflichtung von Divock Okoth Origi gelungen zu sein. Der 1,85m große belgische Nationalspieler, welcher gebürtig aus Oostende stammt, wird künftig die Nummer 14 bei den Niedersachsen tragen und soll das Offensivspiel mit seinen Tempodribblings beleben. 22 Jahre ist er erst alt, dennoch ist er schon so gut wie jedem Fußballliebhaber ein absoluter Begriff, da er nun schon seit ein paar Jahren auf der Bildfläche des europäischen Fußballs weilt. Schon zu seinen Jugendzeiten beim LOSC Lille stach er immer wieder heraus und zeigte schon damals sein großes Potenzial, denn er war nicht mal nur im Sturmzentrum, sondern auch öfters mal auf den offensiven Außenpositionen zu finden und nur äußerst schwer zu stoppen.

Absagen an Bayern und ManU

Aufgrund seiner Qualitäten zeigten schon damals große Vereine wie der FC Bayern München und Manchester United Interesse an ihm. Manchester war jedoch sehr viel früher aktiv und wollte ihn schon verpflichten, als er noch in der Jugend aktiv war, was er auch bestätigte: „Ich hatte damals ein gutes Jahr und viele Scouts meldeten sich bei meinem Vater. Ich habe gehört, dass mich Manchester United wollte und einige deutsche und italienische Klubs."
Auch später, kurz bevor der FC Liverpool Nägel mit Köpfen machte, waren noch viele andere Vereine an ihm dran und sehr an einer Verpflichtung interessiert, dennoch entschied er sich für Liverpool: „2014 gab es Angebote von überall, Bayern und Co. waren an mir interessiert. Aber ich habe mich für Liverpool entschieden nachdem ich das Trainingsgelände gesehen hatte und mit dem damaligen Trainer Brendan Rodgers sprach.“

Klopp verspricht sich viel von ihm

Satte 12,63 Mio. € überwies man 2014 aus England nach Frankreich, um sich das große Talent zu sichern und eine Investition für die Zukunft zu tätigen, jedoch spielte er, um weiterhin Erfahrung zu sammeln, noch eine weitere Saison für Lille. Auch der aktuelle Trainer der Reds, Jürgen Klopp, hält große Stücke auf das Sprachengenie, denn er spricht vier Sprachen fließend, was er 2016 auch schon zum Ausdruck brachte: "Er ist ein toller und schneller Spieler und hat eine gute Technik. Ihm fehlt die Erfahrung, weil er oft nicht gespielt hat, aber wir werden viel Spaß mit diesem Spieler haben."

Sobald seine Karriere vorbei ist, hält er es übrigens auch für durchaus möglich, dass er dann nochmal beginnt, Psychologie zu studieren, denn dies begann er schon einmal, musste es allerdings abbrechen, da er dann für die erste Mannschaft spielte. Das wird aber noch einige Zeit dauern und nun darf sich der VfL Wolfsburg erstmal auf den beidfüßigen Belgier mit Pass von Kenia freuen, was Sportdirektor Olaf Rebbe auch schon tut: „Mit Divock Origi haben wir unsere Offensiv-Abteilung noch einmal verstärkt. Divock hat seine Qualitäten bereits auf nationaler und internationaler Bühne nachgewiesen und verfügt trotz seines Alters bereits über enorme Erfahrung. Er ist ein schneller, durchsetzungsstarker und gefährlicher Offensivspieler, der unser Angriffsspiel noch variabler macht.“


Stärken: Wie bereits schon rauszuhören war, ist er beidfüßig und vor allem auch flexibel einsetzbar, wodurch seinem neuen Trainer Andries Jonker mit ihm neue Optionen zu Verfügung stehen und es durchaus möglich ist, dass er vorzugsweise auf den Außenbahnen agieren wird. Für die Flügel besitzt er definitiv einen sehr großen Vorteil, denn er ist ungemein schnell. Sowohl sein Antritt als auch seine Endgeschwindigkeit sind derart hoch, dass nur sehr wenige Verteidiger in der Lage sind, halbwegs mithalten zu können und genau dies könnte in Verbindung mit seiner Beweglichkeit und seiner Athletik sein großer Vorteil gegenüber der Konkurrenz auf den Flügeln sein.

Von Verteidigern nur schwer zu stoppen

Hinzu zu seiner enormen Geschwindigkeit kommen noch seine überaus starken technischen Fähigkeiten, wodurch er nicht nur Bälle optimal und sehr elegant weiterleiten kann, sondern auch die optimalen Voraussetzungen fürs Dribbling besitzt, in welchem er ebenfalls sehr gefährlich und überaus gut ist. Diese bisher genannten Fähigkeiten sorgen dafür, dass der Tempodribbler von Verteidigern nur sehr schwer zu stoppen ist und so beim VfL Wolfsburg den Vorzug vor anderen Spielern bekommen könnte, da immer wieder die Geschwindigkeit nach vorne bemängelt wurde und er genau über diese verfügt beziehungsweise über diese gerne sein Spiel aufzieht.

Physisch stark und viel Bewegung

Aber nicht nur über ein gutes Tempo und Dribbling verfügt er, sondern auch über eine mittlerweile, auch dank Klopp, gute Physis, durch welche er sich nun besser durchsetzen und auch in Kopfballduellen beweisen kann.  Wer jetzt vielleicht dachte, dass er für gewöhnlich mehr im Zentrum zu finden ist, sofern er dort auf dem Spielberichtsbogen steht, der irrt sich gewaltig, denn er ist recht viel unterwegs, weicht immer wieder auf die Flügel aus und versucht Räume, entweder für sich oder für seine Mitspieler, zu schaffen. Durch diese Aktionen kann er die gegnerischen Abwehrreihen auseinanderziehen und hat es dann auch einfacher, den freien Raum zu nutzen und teilweise spielend leicht an seinen Gegenspielern vorbeizuziehen.


Schwächen: Doch es gibt auch Gründe, wieso Origi bei Liverpool nicht richtig zum Zug kommt und warum er sich bis zu seinem Leihwechsel nach Wolfsburg nicht komplett unter Jürgen Klopp etablieren konnte. Dies liegt hauptsächlich an seiner Verletzungsanfälligkeit, denn fast immer wenn er gerade einmal gut in Fahrt kam und ebenso gute Leistungen zeigen konnte, wurde er durch Verletzungen wieder zurückgeworfen. Das Problem daran ist nicht nur, dass er dann wieder für eine gewisse Zeit ausfällt und sich wieder neu herankämpfen muss, sondern auch, dass er so keine Konstanz in seine Leistungen bringen kann.

Mangelndes Spielverständnis?

Dies ist jedoch nur eines von noch so manchen Problemen des Belgiers, denn auch die Entscheidungen, die er auf dem Platz ab und an trifft, sind alles andere als glücklich und so muss man seine Entscheidungsfindung auf jeden Fall infrage stellen. Nicht nur diese mangelnde Entscheidungsfindung, sondern auch seine teilweise nicht wirklich guten Laufwege hinterlassen ernsthafte Zweifel an seinem Spielverständnis.

Des Weiteren ist definitiv zu kritisieren, dass er trotz einer guten Physis zweikampfschwach ist und nur rund 39% seiner Zweikämpfe gewinnt (2016/2017). Wo wir noch ein wenig Steigerungspotenzial sehen, obwohl er schon recht solide darin ist, ist sein Passspiel mit einer Passquote von rund 76%. Dieser Wert ist definitiv kein schlechter und schon fast Kritik auf hohem Niveau, dennoch denken wir, dass er sich hier noch einen Tick wenig verbessern kann.


Prognose: Divock Origi besitzt zwar großes Potenzial, wurde allerdings in guten Phasen immer wieder durch sein Verletzungspech zurückgeworfen, weshalb er keine Konstanz an den Tag legen, sondern sich immer wieder erstmal an die erste Mannschaft herankämpfen musste. Seine letzte Saison war daher nur bedingt erfolgreich, obwohl er teilweise sehr gute Spiele abliefern konnte. Dank seines Trainers Jürgen Klopp hat er sich in gewissen Sachen deutlich verbessern können, jedoch ist mit unter anderem Roberto Firmino die Konkurrenz auf seiner Position im Sturmzentrum bei Liverpool momentan zu stark, weshalb ihm die Leihe nach Wolfsburg wahrscheinlich mehr als nur guttun wird und er sich in seinem neuen Team die für seine Entwicklung notwendige Spielpraxis und Sicherheit holen kann. Sein neuer Trainer Andries Jonker ist zudem bekannt dafür, gut mit jungen Spielern arbeiten zu können, wodurch er mit diesem hoffentlich gut an seinen Schwächen arbeiten und ihn zu einem noch kompletteren Stürmer formen kann, denn dann haben alle Beteiligten etwas von diesem Leihwechsel.

Nun hoffen wir, dass er sich in Wolfsburg in seinem neuen Umfeld beweisen und sein Potenzial abrufen kann, denn dann ist er nicht nur ein absoluter Gewinn für die Wölfe, sondern auch für die Bundesliga. Wir sehen in ihm das Potenzial, einer der besseren Stürmer in Europa werden und auch in der Nationalmannschaft weiterhin eine gute Rolle spielen zu können. Dennoch wird es für ihn nun wieder Zeit, sich durch gute Leistungen in den Vordergrund zu spielen und sich für höhere Aufgaben zu empfehlen.

Autor: Florian Först/ Stand: 07.12.2017

Alle Fähigkeiten auf einen Blick:

Stand: 07.12.2017