Stand: 04.10.2017/ Bild: commons.wikipedia.org

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Scoutbericht:

Allgemeines: Borussia Dortmunds Jugendarbeit ist, wie jeder weiß, einfach stark. Nicht nur, dass die Transferpolitik von Watzke und Co. immer mehr auf junge Spieler setzt, sondern auch, dass sie immer mehr Talente aus ihrer Jugend in den Profibereich holen und diese sich zu etablierten Bundesligaspielern entwickeln. Heute steht Dzenis Burnic im Mittelpunkt. Der 19-Jährige gewann vier deutsche Meisterschaften mit der U17 und der U19 infolge, jeweils zwei pro Mannschaft. Und jetzt soll der Mittelfeldspieler Bundesligaerfahrung sammeln und wurde deswegen für die laufende Saison vom Ballspielverein an die Stuttgarter verliehen.

Hohes Ansehen beim BVB

Seine Hauptpositionen liegen im zentral-defensiven Mittelfeld sowie im zentralen Mittelfeld und der Innenverteidigung. In seiner Altersklasse gilt er als einer der besten Spieler auf seiner Position und genießt deshalb trotz seiner Leihe nach Stuttgart weiterhin hohes Ansehen in Dortmund, wo man auf ihn in Zukunft setzen möchte. „Dzenis hat in unserem Nachwuchs große Erfolge gefeiert. Wir wünschen ihm in der kommenden Saison in Stuttgart so viel Spielpraxis wie möglich, und wir wissen, dass er bei Hannes Wolf gut aufgehoben ist. Wir werden seine Leistungen genau beobachten“, sagte Michael Zorc über die Leihe des Linksfußes.

Und auch sein neuer Coach Hannes Wolf sagt über ihn: „Ich kenne Dzenis natürlich schon sehr lange. Er hat in den letzten Jahren im Nachwuchsfußball eine herausragende Rolle gespielt und alle vier Deutschen Meisterschaften teils als Kapitän mitgetragen, dazu alle U-Nationalmannschaften durchlaufen.“ Burnic gilt als absoluter Kämpfer, der hartnäckig um seinen Platz spielt, dabei aber auch absolut lernwillig ist.


Stärken: Er besitzt also den unbedingten Siegeswillen, gibt immer alles und ging in den Jugendmannschaften immer als absoluter Leader und Kapitän auf dem Platz voran. Was noch mehr für seine Mentalität spricht, ist, dass er in der Vergangenheit oft die Verantwortung übernahm und auch Elfmeter schoss. Er gilt als sehr handlungsschnell und kann dadurch auch aussichtsreiche Situationen schnell erkennen und versuchen, diese auch mithilfe seiner sehr guten Übersicht zu nutzen.

Hervorzuheben ist neben seiner exzellenten Ballbehandlung auch sein gutes Passspiel, durch welches er die Bälle recht clever verteilen und das Spiel aufbauen kann. Man kann ihn als modernen Spielgestalter aber auch als einleitenden Spieler des Umschaltspiels sehen. Er ist immer in der Lage, kluge Bälle in die Tiefe zu spielen und so den Angriff seines Teams perfekt einzuleiten. Die Ruhe behält er auch in Drucksituationen und steht seinen Mitspielern so gut wie immer als Anspielstation zur Verfügung, da er sich auch mal im Dribbling durch seine gute Balance sowie Beweglichkeit gegen einen Gegenspieler durchzusetzen weiß.

Der ausdauerstarke Führungsspieler

Zu seiner bemerkenswerten Ballsicherheit kommt noch seine Laufstärke und damit seine gute Kondition. Er läuft mit dem Ball am Fuß sehr geschmeidig und elegant durch die Gegend, wobei ihm der Ball quasi am Fuß klebt. Er geht aggressiv, aber zugleich sehr fair in den Zweikampf. Er agiert gerne als Abräumer vor der Abwehr und versucht seine Mitspieler zu unterstützen, wo es nur geht. In den Jugendmannschaften war er sogar meistens der Dirigent oder Organisator der Abwehr.
Dank seines guten Spielverständnisses hat er auch ein gutes Gefühl für Räume und weiß wie er diese ausnutzen kann. Zu seinen Qualitäten in der Defensive und im Aufbau- sowie Passspiel kommt noch hinzu, dass er auch in der Offensive immer mal wieder auftauchen und für Gefahr sorgen kann. Trotz seiner erst 19 Jahre wirkt er insgesamt sehr abgeklärt und ruhig.


Schwächen: Beim VfB Stuttgart bestreitet er seine erste Profisaison, das heißt er wird jetzt quasi ins kalte Wasser gestoßen und sammelt seine ersten Erfahrungen im Profibereich. Trotz seiner starken technischen Fähigkeiten macht er immer mal wieder viel zu leichte Fehler und verursacht damit unnötige Ballverluste. Diese kommen zustande, da er dann doch manchmal einen Tick zu verspielt wirkt, dementsprechend so gut wie alles spielerisch lösen will und so etwas leichtsinnig Ballverluste provoziert.
Mit seinem linken Fuß ist er mehr als nur stark, doch sein rechter Fuß bedarf noch einer Menge Training, damit er sich auch mit diesem in beispielsweise Drucksituationen helfen kann. Ihm mangelt es nicht unbedingt an der nötigen Robustheit, dennoch könnte er als Defensivspieler noch ein wenig zulegen, um sich noch besser behaupten zu können. Für den Fall, dass er als Innenverteidiger agiert,  ist er ebenfalls im Kopfballduell nicht herausragend und könnte sich auch dort etwas verbessern.


Prognose: Burnic war in der abgelaufenen Saison in der U19 des BVB mal wieder der unangefochtene Anführer des Teams und hat sie mit teilweise überragenden Leistungen erneut zur Deutschen Meisterschaft geführt. Auch unter Ex-Coach Thomas Tuchel genoss er ein hohes Standing und konnte so nicht nur mit dem Profikader trainieren, sondern durfte sogar sein Debüt in der Bundesliga sowie der Champions League geben. Im gesamten Verein besitzt er ein hohes Ansehen und man schätzt seine Leistungen sowie sein großes Potenzial sehr, weshalb man ihn auch nur ohne Kaufoption nach Stuttgart verlieh, da man ihm in Zukunft definitiv einen festen Platz im Bundesliga-Kader zutraut.

Wiedersehen beim VfB

In Stuttgart trifft er auf seinen ehemaligen Jugendtrainer Hannes Wolf, der ihn im Jugendbereich bereits geformt hat und auch für seine bisher gute Entwicklung verantwortlich ist. Deswegen erhofft man sich in Dortmund, dass er unter Wolf viel Spielpraxis in der Bundesliga bekommt und sich in dieser auch absolut beweisen kann, damit er dann ab dem Sommer 2018 in Konkurrenz mit den aktuellen BVB-Mittelfeldspielern treten und auf diese Druck ausüben kann.

Was auch für diesen Wechsel spricht, ist die Tatsache, dass Wolf ganz genau weiß, an was er mit Burnic arbeiten muss. Dadurch denken wir, dass er seine Schwächen gut in den Griff bekommen oder vielleicht sogar teilweise komplett beheben kann. Ansonsten besitzt er definitiv schon mehr als nur sehr gute Anlagen, weshalb wir nun auch verstehen, wieso er zu den talentiertesten Spielern auf seiner Position innerhalb seiner Altersklasse zählt.

Wir hoffen, dass er unter Wolf tatsächlich viel Spielpraxis bekommt und er so Erfahrung sammeln sowie an seinen Schwächen arbeiten kann.
Wir sehen in ihm das Potenzial, sich definitiv in der Bundesliga etablieren und zu einem richtig starken Spieler werden zu können, jedoch muss er sich dafür erstmal in der Bundesliga beweisen und sein ohne Zweifel vorhandenes Potenzial auch dort auf den Platz bringen. Sollte ihm letzteres aber gelingen, stehen ihm in Zukunft sämtliche Türen offen.

Autor: Florian Först/ Stand: 04.10.2017

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