Stand: 06.06.2017/ Bild: wikimedia.org

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Allgemeines: Viele Talente werden oft mit Lionel Messi verglichen. In den meisten Fällen ist es absolut übertrieben, doch heute stellen wir euch jemanden vor, der durchaus Ähnlichkeiten aufweist. Derjenige, um den es geht, ist Nationalspieler der Türkei, spricht aber die Sprache nahezu gar nicht und wurde auch nicht in der Türkei geboren, sondern in Dänemark. Im vergangenen Sommer wechselte er für rund 9,75 Mio. Euro zum BVB und trägt dort die Nummer 9. Natürlich wisst ihr, dass es um Emre Mor geht. Der 19-Jährige kommt vom FC Nordsjaelland, wo er seit 2015 spielte.

Mentor Sahin

Er spielt als rechter Angreifer, kann aber auch auf der linken Seite oder im Zentrum eingesetzt werden. In der laufenden Saison konnte der Linksfuß in 16 Partien ein Tor erzielen und drei weitere Treffer vorbereiten. Aktuell ging das Gerücht um, dass er nicht mit seinen Einsatzzeiten zufrieden sei und an Besiktas Istanbul verliehen werden soll. Doch dies wurde von seinem Berater bereits dementiert und man vertraut dem BVB weiterhin seine Zukunft an, denn er gilt als Wunderkind und als absolutes Versprechen für die Zukunft. Er selbst sagt, dass er den BVB erst als Star verlassen will. Dafür hat er in Dortmund mit Nuri Sahin einen großartigen Mentor gefunden, der aus eigener Erfahrung weiß, wie schnell der Aufstieg gehen kann. „Ich versuche ihm beizustehen. Er hat ein Wahnsinnstalent. Jetzt liegt es an uns, wie wir damit umgehen“, so Nuri Sahin. Mor's Vorbild ist auch Lionel Messi und schaut sich oft Bewegungsläufe von ihm ab, sein Lieblingsspieler hingegen ist Cristiano Ronaldo. 

Tuchel als großer Fan

BVB-Trainer Thomas Tuchel hält enorm viel von seinem Schützling und wollte ihn unbedingt im Sommer holen, weswegen er sogar seinen Urlaub unterbrach, um mit Mor's Berater zu sprechen. Auch Michael Zorc soll er gesagt haben, dass er den Jungen in seinem Team haben will. Dieses Gefühl hatte auch Mor, was ihn letztendlich auch zu einem Wechsel bewegte: „Ich hatte sofort ein tolles Gefühl, weil er mir ehrlich gesagt hat, wie er mit mir plant und was er von mir hält.“ Dabei will Tuchel den 19-Jährigen behutsam aufbauen und ihn nicht verheizen.

 

Stärken: Mor besitzt sehr großes Selbstvertrauen und traut sich auch, in so gut wie jedes Dribbling zu gehen, unabhängig davon, wer sein Gegenspieler ist. Er hat einen extremen Antritt und eine hohe Sprintgeschwindigkeit. Durch seine Größe ist er auch noch überaus beweglich und erinnert so insgesamt leicht an Lionel Messi. Sein Dribbling ist zudem ebenfalls sehr stark und zusammen mit seiner Geschwindigkeit, seiner Beweglichkeit und seiner Technik stellt dies eine große Waffe dar. Mit seiner Beweglichkeit und seiner guten Balance ist er immer und in jeder Situation in der Lage, die Laufrichtung zu ändern. Auch mit dem Ball am Fuß ist Mor immer noch extrem schnell. Vom Typ her ist er als Tempodribbler zu beschreiben und unberechenbar, weswegen er auch nur schwer zu kontrollieren ist. Zudem kann er starke Schlüsselpässe spielen.


Schwächen: Mor hat eine große Schwäche und zwar beschwert er sich sehr oft über sich selbst, den Schiedsrichter oder die Gegenspieler und vernachlässigt dadurch das Spiel. Er muss lernen, sein Temperament zu zügeln. Hierbei fehlt ihm wahrscheinlich die nötige Erfahrung, die er immer mehr und mehr sammelt. Auch ein wenig mehr Robustheit könnte ihm ab und an nicht schaden, damit er sich noch besser behaupten kann, doch es sollte auch nicht zu viel sein, da er sonst an Geschwindigkeit verlieren könnte.

Der Kritikpunkt Entscheidungsfindung

Unter Tuchel wird er zudem noch sehr viel für sein taktisches Verständnis lernen. Eine weitere seiner größeren Schwächen ist aber seine Entscheidungsfindung. Anstatt den einfachen Pass zu spielen, geht er oft übermotiviert ins Dribbling und verliert dadurch noch zu oft den Ball und übersieht nebenbei noch besser positionierte Mitspieler. Es fehlt ihm also noch an Übersicht und auch an Ruhe. Es wirkt gerade zu so, als würde er ständig mit dem Kopf durch die Wand wollen, was man ihm dringend abgewöhnen muss. Auch seine Defensivarbeit ist stark zu verbessern, da er keine Robustheit hat, um in den Zweikampf zu gehen. An seinem Abschluss kann er auch noch etwas arbeiten und die Erfahrung im Profibereich muss er nach und nach weiter sammeln.

 

Prognose: Die Vergleiche mit Messi sind also nicht unbegründet, aber er hat noch eine große Menge an Arbeit vor sich, um nur ansatzweise so gut zu werden. Aber er besitzt sehr gute Anlagen und ist einer der begabtesten Außenstürmer seines Jahrgangs. Unter Thomas Tuchel sollte er hart an seinen Schwächen feilen, denn die legen sich nicht alleine durch Lob und Worte. Es erwartet ihn noch ein langer und harter Weg, um ein richtig guter Außenstürmer werden zu können.

Autor: Sven Thomas/ Stand: 03.04.2017

Alle Fähigkeiten auf einen Blick:

Bild: pixabay.com