Stand: 06.06.2017

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Scoutbericht:


Allgemeines: Wenn der Vater bereits Profi war, hat man als Sohn meist große Fußstapfen, in die man treten muss. Federico Chiesa durchlebt dies gerade, denn genau wie sein Vater Enrico Chiesa einst, spielt der 19-Jährige beim AC Florenz und ebenso im Sturm. Beide spielen nach dem Motto „laufen, kämpfen, beißen“. Im Gegensatz zu seinem Vater startet Federico bereits vier Jahre früher durch. Er ist U20-Nationalspieler und kommt auch beim AC Florenz immer mehr ins Rollen, denn in den letzten drei Partien kam er zu zwei Treffern und einer Vorlage, von insgesamt drei Toren und zwei Vorlagen in 20 Partien. Er imponiert vor allem durch sein mutiges und forsches Auftreten, dass er auch dann an den Tag legt, wenn ein Bonucci oder ein Chiellini vor ihm steht. Sein Spielstil ist sehr fintenreich über die Flügel kommend und dann schnörkellos und hart abschließend. Mit seinen 19 Jahren ist er sehr selbstbewusst und trotzdem sehr bodenständig.


Stärken: Eine seiner größten Stärken ist seine sehr mutige und kämpferische Mentalität. Auf dem Platz beeindruckt er mit seiner sehr harten Schusstechnik und seiner Explosivität im Antritt. Seinen recht schmächtigen Körper setzt er auch gegen körperlich überlegene Gegenspieler gut ein und bietet ihnen so Paroli. Durch seinen Körper ist er zudem sehr beweglich und liebt die Eins gegen Eins-Situationen. Hierbei zieht er besonders gern über den rechten Flügel in die Mitte und versucht abzuschließen oder mittels Kurzpassspiel vielversprechende Situationen für seine Mitspieler zu schaffen. Selbst sucht er auch freie Räume und ermöglicht mit seinen Laufwegen tödliche Pässe auf ihn. Er hat kreative Ansätze und ein Gefühl für den richtigen Pass und kann so kluge, spieleröffnende Steilpässe mithilfe seiner Übersicht schlagen. Sein Dribbling ist jetzt schon beeindruckend, besonders seine Körpertäuschungen bei hohem Tempo sind bemerkenswert. Er arbeitet sehr engagiert gegen den Ball und erkennt blitzschnell Räume, in die er vordringt. 


Schwächen: Ab und an trifft er doch noch falsche Entscheidungen, in dem er sich manchmal zu spät vom Ball trennt oder zu viele Gegenspieler auf einmal ausdribbeln möchte, was jedoch eine Überschätzung ist. Manchmal versucht er auch aus spitzem Winkel den Abschluss, anstatt den klugen und sicheren Pass in die Mitte zu suchen. Seinen Flanken fehlt es insgesamt an Präzision und sein Kopfballspiel ist eher als schwach einzustufen. 


Prognose: Seit dem Spiel gegen Verona hat man das Gefühl, dass Chiesas Knoten geplatzt ist und er nun an seine starken Leistungen anknüpfen kann. Definitiv kann er ein Spieler werden, der den Unterschied macht. Das Potenzial, selbst seinen Vater in den Schatten zu stellen und ein wichtiger Protagonist auch in der Squadra Azzura zu werden, besitzt er unserer Meinung nach. Doch bis dahin sollte er den Weg bei der Viola weiterführen und sich nicht von den Angeboten der Topclubs verwirren lassen.

Autor: Sven Thomas/ Stand: 10.02.2017

Alle Fähigkeiten auf einen Blick:

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