Stand: 06.06.2017/ Bild: twitter.com/simeonegiovanni

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Allgemeines: Wenn der Vater ein großer Fußballer war, fällt der Apfel meist nicht weit vom Stamm. Erst recht nicht, wenn der Papa Diego „Colo“ Simeone heißt. Wir haben Giovanni Pablo Simeone für euch unter die Lupe genommen.

Ein großer Name ist nicht immer ein Segen, wie man schon oft feststellen konnte, doch bei Giovanni sieht es so aus, als wäre er auf dem richtigen Weg. Er stürmt aktuell für den FC Genua und ist 21 Jahre alt. Sein Vorbild ist Falcao: „Ich versuche immer wie er zu spielen“, sagt Giovanni. Auch der kolumbianische Stürmer vom AS Monaco begann seine Karriere bei River Plate in Argentinien. Giovanni war dort bis 2016 unter Vertrag und konnte sich dort für die U20-Südamerikameisterschaft empfehlen, bei welcher er einer der Hauptprotagonisten Argentiniens mit neun Toren und so maßgeblich am Titelgewinn beteiligt war. Doch ein paar Monate später war er einer der Hauptgründe, weswegen Argentinien schon in der Vorrunde der U20-WM aus dem Turnier driftete. Er vergab sehr viele klare Torchancen, speziell beim Spiel gegen Panama, welches 2:2 ausging. Somit erhielt er von manch einem Journalisten den Spitznamen „Rabbitkiller“, da er nur gegen die kleinen, leichten Gegner traf. Trotzdem zählt er gemeinsam mit Angel Correa in seinem Heimatland zu den Hoffnungsträgern für die Zukunft.

Schwere Phase in Genua

Beim FC Genua konnte er in 21 Spielen bereits 12 Tore erzielen und ein Tor vorlegen. Doch seit Beginn der Rückrunde hapert es beim FC Genua gewaltig, da man weder die Abgänge von Thomas Rincon (zu Juventus) und Lucas Ocampos (zum AC Milan) kompensieren konnte noch ergab der Trainerwechsel von Ivan Juric zu Andrea Mandorlini Besserung, daher wurde Letzterer nach einem kurzen Intermezzo wieder entlassen und Juric wieder an Bord geholt, denn unter ihm ist es nicht so schlecht gelaufen wie unter Mandorlini, der nur einen Punkt ergattern konnte. 
Simeone leidet sehr stark unter den Abgängen, da er jetzt nicht mehr so viele Bälle wie vorher bekommt und ziemlich im Stich gelassen wird. Seit seinem Doppelpack beim 3:3 gegen Florenz Ende Januar 2017 hat er nicht mehr getroffen und sein Team hat seitdem in neun Spielen nur noch dreimal eingenetzt!


Stärken: Simeone ist bekannt für seinen eiskalten Abschluss, den auch Juventus Turin im November 2016 zu spüren bekam, als der junge Gaucho einen Doppelpack gegen die Alte Dame schnürte. Ganz nebenbei schaffte dies sein Vater 16 Jahre zuvor ebenfalls. Das Besondere an seinem Abschluss ist die Vielfalt, die er dabei an den Tag legt, denn mal trifft er mit rechts, mal mit links, per Kopf oder doch artistisch, er findet für jede Chance eine passende Lösung, um erfolgreich abzuschließen. Die Kombination aus seinem guten Torinstinkt und Antizipationsvermögen macht ihn innerhalb des 16ers zu einer echten Gefahr für den Gegner. Durch seine schlauen Laufwege sind seine Mitspieler oft in der Lage, ihn per Steilpass zu schicken, was von einer hohen Spielintelligenz zeugt. Obwohl er nicht zu den größten Mittelstürmern gehört, setzt er seinen Körper gut ein und kann den Ball dadurch oft sogar gegen zwei Gegenspieler behaupten. 

Auch seine Laufstärke ist bemerkenswert, denn er zeigt seine Laufbereitschaft nicht nur am Ball, sondern auch gegen den Ball, indem er die gegnerischen Verteidiger immer wieder attackiert, sie versucht zu verwirren und deren Konzentration mit kleinen Fouls zu stören beziehungsweise sie aus eben dieser Konzentration zu bringen. Dies macht ihn für Mannschaften, die gerne Pressing spielen, äußerst wertvoll.

Stark in der Luft

Für seine gerade einmal 1,79m Körpergröße ist sein Kopfballspiel hervorragend, da Simeone nicht nur eine enorme Sprungkraft besitzt, sondern auch ein optimales Timing hat, um ins Luftduell zu steigen und dann sehr präzise mit dem Kopf abzuschließen, was aus dem Spiel heraus per Flanke sein kann oder auch per Standard im gegnerischen Strafraum. 
Nach den ganzen Eigenschaften könnte man denken, Simeone sei ein reiner Torjäger, aber seine Fähigkeiten am Ball aufgrund seiner guten Technik sind ebenfalls erwähnenswert und für die Gegenspieler überraschend, wenn er den Ball per Hacke ablegt oder per Roulette vorbeigeht.


Schwächen: Perfekt ist er aber noch nicht, denn er muss definitiv an seinem Passspiel arbeiten, da dieses mit einer Passquote von nur 66,4% stark verbesserungswürdig ist. Auch seine Flanken kommen meist nicht präzise genug in den Strafraum, wenn er mal auf die Außen ausgewichen ist. 
Zudem trifft er noch zu oft falsche Entscheidungen, da er es immer wieder schafft, den Ball zu erobern, aber ihn dann nicht gescheit im Spiel zu halten, was er aber noch mit andauernder Spielpraxis erlernen wird. Ebenfalls sollte er noch an seiner Konstanz arbeiten, da Simeone noch zu oft kaum in Erscheinung tritt, auch nicht mit einem Treffer.


Prognose: Giovanni Simeone ist definitiv auf dem richtigen Weg und spielt trotz seiner Schwächen eine sehr gute erste Saison in Italiens höchster Spielklasse. In einer der fünf Top-Ligen Europas zu spielen und zusätzlich bei einem Verein wie dem FC Genua, wo er genug Einsatzzeiten bekommt, um sich zu entwickeln, stellen gute Bedingungen für ihn dar. Um langfristig auch in der Nationalmannschaft eine wichtige Rolle zu spielen, muss er noch weiter hart an sich arbeiten, da die Konkurrenz in Argentinien mit Messi und Co. einfach noch zu stark ist. 
Den Willen und den Hunger dazu sollte er von seinem Vater aber vermittelt bekommen haben, sonst wäre er ja kein Simeone und wer weiß, vielleicht ist sein Vater bald derjenige, der ihn verpflichten möchte.

Autor: Sascha Baharian/ Stand: 12.04.2017

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Bild: pixabay.com