Stand: 07.09.2017/ Bild: commons.wikimedia.org

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Scoutbericht:

Allgemeines: Frankreich erlebt derzeit eine Renaissance in Sachen Talentschmiede. Während der Franzose sich über das schier endlose Angebot an Offensivtalenten erfreuen konnte, entging ihm, dass sich auch defensiv einiges verändert hat in der "Grand Nation"! Ein Dutzend an vielversprechenden Jungstars um Presnel Kimpembe, Kurt Zouma, Mouctar Diakhaby, Aymeric Laporte und Dortmuns Zagadou fordern die etablierten Defensivkünstler heraus! Eines dieser hungrigen und vielversprechenden Defensivtalente ist Toulouse' Innenverteidiger Issa Diop!

Der Enkel des frühen Bordeaux-Profi Lybasse Diop, der ebenso der erste senegalesische Fußballprofi in der Ligue 1 war, wurde 1997 in Toulouse geboren. Er begann das Fußballspielen im Lokalverein Balma, bevor ihn die Scouts des FC Toulouse mit neun Jahren entdeckten und zu sich lotsten. Diop trug das purpurfarbene Trikot der "Le Téfécé" bis er 2015 ins erste Team befördert wurde.

Wichtige Stütze in der Abwehr!

Der 20-jährige Franzose konnte sich in der Ligue 1-Saison 2015/16 in der Stammelf festspielen und hatte erheblichen Anteil daran, dass die Südfranzosen um Haaresbreite dem Abstieg entgingen. In der abgelaufenen Saison konnten die Mannen von Trainer Pascal Dupraz einen Platz im gesicherten Mittelfeld erlangen, was nur zustande kam, da man unter anderem mit Christopher Jullien und Issa Diop die viertbeste Abwehr der Liga mit nur 41 Gegentoren stellen konnte. Beide zogen aufgrund ihrer beeindruckenden Leistungen das Interesse zahlreicher Klubs aus ganz Europa auf sich. Diop spielte eine gleichermaßen signifikante Rolle für Frankreich bei dem Gewinn der U19-Europameisterschaft 2016, bei der er sogar ins Team des Turniers gewählt wurde!


Stärken: Der Defensivspezialist ist bei "Les Violets" in der Partnerschaft mit Jullien bei Ballbesitz eher der Innenverteidiger, der das Spiel aufbaut und letzterer ihn dabei absichert. Eine Eigenschaft, die ihn sicher auch für die europäischen Topklubs interessant macht, da diese gerne auf Verteidiger setzen, die gleichermaßen mutig genug sind das Spiel aufzubauen. Mit einer imposanten Körpergröße von 1,94m erfüllt der Jungspund alle körperlichen Attribute, die man sich von einem Innenverteidiger wünscht. Selbst in der 90. Minute eines kräftezehrenden Spiels bekommt man ihn dank seiner enormen Physis nicht in die Knie gezwängt. Hand in Hand mit seiner Größe kommt wenig überraschend seine Dominaz in Luftduellen, die gewiss eine seiner größten Vorzüge darstellt!

Zweikampfstärke gepaart mit überraschender Geschwindigkeit!

Er ist nicht nur großgewachsen, sondern besitzt zudem ein präzises Kopfballspiel, welches ihn gerade bei Standards zu einer Waffe macht. Sein Stellungsspiel ist exzellent, unabhängig davon, ob er einen Stürmer alleine stellt oder ihn mit einem Teamkamerad doppelt. Obendrein besitzt er, trotz seiner Größe, eine enorme Geschwindigkeit, die schon manch einen Stürmer verdutzt aus der Wäsche schauen ließ , als er wieder vor ihnen auftauchte, obwohl er erst ausgespielt wurde. Doch das kommt eher selten vor, da die meisten Stürmer es gar nicht erst schaffen ihn im Zweikampf zu überwinden, was 65% gewonnene Zweikämpfe diese Ligue 1-Saison unterstreichen.

Die beiden herausragendsten Auftritte des Defensivbergs konnte man in den Begegnungen gegen Vizemeister Paris Saint-Germain, sowohl im Stadium Munincipal, als auch im Parc des Princes, bestaunen. Toulouse-Coach Dupraz setzte auf eine kompakte Defensive, in der Diop es verstand, perfekt zu agieren und die Null gegen die Hauptstädter beide Male zu halten. Der 84kg Mann fing mehr Bälle ab als jeder andere Akteur auf dem Platz, begann keine Fouls und blockte vier sehr aussichtsreiche Torschüsse des verzweifelt anrennenden Gegners. Im Duell mit Frankreichs bestem Mittelstürmer Edinson Cavani war er derjenige, der sich die Bestnoten abholte.


Schwächen: Auch wenn sich sein Passspiel (Passquote: 74%) stetig verbessert, verschenkt er noch zu oft den wertvollen Ballbesitz seines Teams und bringt so den Gegner zurück ins Spiel und sein Team in Bedrängnis. Er versteht es ebenso nicht, wann er den Ball in die Tiefe befördert oder ihn besser quer spielt um eine aussichtsreichere Spielsituation abzuwarten. Seine langen Bälle, die er bei Kontern versucht aus der Tiefe zu spielen, sind schlichtweg noch nicht präzise genug und verfehlen zu oft das Ziel.

Von fairer Spielweise noch weit entfernt

Seine Disziplin wurde in den letzten zwei Jahren gleichermaßen mit zahlreichen gelben Karten und zwei Roten von manch einem Kritiker infrage gestellt, denn in der letzten Ligue 1-Saison gehörte Diop zu den vier unfairsten Akteuren mit ganzen neun gelben Karten. In Sachen Tackling muss er noch an seinem Timing arbeiten und aufgrund seiner enormen Physis muss er lernen, nicht so ungestüm in die Zweikämpfe zu rauschen, da diese sonst oftmals als Foul gegen ihn geahndet werden. Allgemein tut er sich schwer, wenn er schnell eine Entscheidung finden muss, denn dann wirkt er ein wenig kopflos. Gleichermaßen wichtig ist es für einen Verteidiger, die Pässe des Gegners zu durchschauen. In diesem Zusammenhang hat Diop mit nur 1,7 abgefangenen Bällen pro Spiel noch reichlich Luft nach oben, vor allem wenn er in die Riege der internationalen Topverteidiger aufsteigen möchte.


Prognose:  Es sind noch einige Aspekte, an denen es bei Issa Diop hapert, um sein Spiel auf eine höheres Niveau zu katapultieren. Dennoch besitzt er alle Anlagen, die er benötigt, um einer der besten Innenverteidiger Europas zu werden, sofern er ehrgeizig und fokussiert bleibt. Das Interesse von sämtlichen Topklubs wie Chelsea, Tottenham oder Inter Mailand bestätigt die überragenden Leistungen Diops in der letzten Ligue 1-Saison. Ein Transfer zu einem Topklub käme vermutlich noch etwas zu früh, da er unbedingt Spielzeit benötigt, um an seinen Defiziten zu arbeiten. Sollte ihm dies gelingen, könnte er langfristig eine Säule in der "Équipe Tricolore" werden.

Autor: Sascha Baharian/ Stand: 16.08.2017

Alle Fähigkeiten auf einen Blick:

Stand: 16.08.2017