Vorläufiger Scoutbericht:

Jadon Sancho (17) - Dortmunds nächster Goldjunge?


Um den nach Barcelona abgewanderten Dembélé zu ersetzen, verpflichtete Borussia Dortmund den 27-jährigen Andrey Yarmolenko. Damit dachte man, dass dies der letzte Transfer sei, doch dann kam die Bestätigung des bereits vorher im Internet spuckenden Gerüchts: Jadon Sancho wechselt ebenfalls zu den Schwarz-Gelben! Sancho sei „zurzeit eines der größten Talente im europäischen Fußball“, sagt Michael Zorc über den Neuzugang. „Wir sind überzeugt, dass wir diesem noch sehr jungen Spieler dabei helfen können, sein Spiel weiter zu entwickeln und mittelfristig eine echte Bereicherung für unser Team zu werden“. Dies konnte man speziell bei der U17-EM in Kroatien sehen und bestaunen, denn der 17-jährige Engländer gab dort bereits beeindruckende Kostproben seines Könnens und erzielte in sechs Spielen fünf Tore und legte fünf Tore auf! Nicht ohne Grund wurde er am Ende zum „Golden Player“, dem Spieler des Turniers“, gewählt. Bis zu seinem 15. Lebensjahr wurde er in der Jugendakademie des FC Watford ausgebildet und entkam durch den Fußball der Kriminalität vom Süden Londons. 2015 lotste Manchester City ihn dann in den Norden Englands, wo er nochmal einen ordentlichen Sprung machte und seine Leistungen noch besser wurden. Nach seiner beeindruckenden U17-EM sorgte er ebenso bei der U18 der Citizens für Furore und schoss in 14 Spielen zwölf Tore, bis er dann zur U21 befördert wurde. Auch dort traf er fünffach und trainierte mit den Profis. Doch aufgrund der mangelnden Perspektive, sich als Eigengewächs im Profikader durchsetzen zu können, der in jeder Transferperiode millionenschwere Neuzugänge bekommt, wechselte Sancho nach Dortmund. Der Verein aus dem Ruhrpott ist mittlerweile dafür bekannt, junge Talente zu Topspielern zu formen und sie entscheidend zu fördern. Nach Dembélé soll also jetzt der Engländer folgen.


Doch was macht Sancho so stark? Seine größte Stärke ist seiner Meinung nach das 1 gegen 1. Dank seiner enormen Schnelligkeit gepaart mit seiner versierten Ballkontrolle ist er im Dribbling äußerst schwer zu stoppen. Er erklärte genau den Ablauf: "Wenn ich ins 1 gegen 1 gehe, dann versuche ich meinen Gegner solange zu reizen bis er den Schritt nach vorne macht! Genau dann gehe ich an ihm vorbei!" Selbst in sehr engen Räumen kann der junge Engländer dank seines überragenden Antritts und seiner Reaktionsschnelligkeit glänzen, daher ist er taktisch gesehen ein sehr variabler Spieler. Der schnelle Flügelstürmer strahlt eine derartige Torgefahr aus und hat einen starken Zug zum Tor. Dabei hat er nicht nur das Auge, um selber zum Abschluss zu kommen, sondern auch für seine Mitspieler. Mit seiner außerordentlichen Schusstechnik benötigt er nicht viele Chancen, um zu treffen und hat zudem den Willen, alles und immer Vollgas zu geben. An seinen Schwächen, wie beispielsweise seinem linken und schwächeren Fuß oder seinen manchmal fragwürdigen Entscheidungen, wird Trainer Peter Bosz mit Sicherheit auch noch arbeiten und ihn in Ruhe aufbauen. Zudem muss Sancho erstmal zusehen, wie er im Profibereich des Fußballs klarkommt, denn er wäre nicht der Erste, der in der Jugend zaubert, doch im Herrenbereich aufgrund des Spieltempos keinen Anschluss findet. Auch wie er mit der Robustheit in der Bundesliga umgeht, bleibt abzuwarten.

Wann wir das Talent jedoch im BVB-Dress auf dem Feld sehen werden, steht noch nicht fest, da Sancho noch nicht volljährig ist. Die FIFA muss deswegen erst bestimmte Auflagen prüfen, um sicherzugehen, dass der junge Spieler auch abseits des Platzes gefördert und weitergebildet wird. Darum sollte man sich aber keine Sorgen machen, den man verfügt in Dortmund über ein modernes Nachwuchsleistungszentrum, eine Kooperation mit Partnerschulen und ein Jugendhaus. Beim schwedischen Stürmertalent Alexander Isak dauerte es damals übrigens zwei Wochen. Fest steht allerdings, dass wir Sancho noch nicht in der Königsklasse sehen werden, da er ebenso wie Marco Reus nicht in den Kader berufen wurde. Auch Peter Bosz erklärt, dass man Sancho nicht hetzen sollte und er eingeplant ist, jedoch noch etwas Zeit braucht: „Er wird lange brauchen. Konditionell müssen wir das noch aufbauen“, sagte der Niederländer.
Ist der Augenblick aber dann irgendwann gekommen, können wir uns auf viel Spielwitz und einige Tricks des U17-Stars freuen!

Autor: Sven Thomas/ Stand: 08.09.2017