Stand: 06.06.2017/ Bild: facebook.com/kaihavertz29/

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Scoutbericht:


Allgemeines: Trotz der misslungenen Saison Bayer Leverkusens gab es mit dem 17-Jährigen Kai Havertz einen Lichtblick in der dunklen Bayerwelt. Die Nummer 29 der Werkself ist 1,86m groß und spielt im zentralen offensiven Mittelfeld. Dort sorgte er in dieser Saison in 40 Partien für sechs Tore und sieben Vorlagen. Kein Wunder also, dass die Bayern bereits jetzt seine Entwicklung genau beobachten, besonders Bayerns technischer Direktor Michael Reschke kennt Havertz gut, denn er holte ihn 2010 von Alemannia Aachen nach Leverkusen.

Zwischen Bundesliga und Schule

In diesem jungen Alter sorgte er schon für mächtig Wirbel und auch sein Ex-Trainer Roger Schmidt ist sehr überzeugt von ihm: „Wir wussten, dass er ein fertiger Spieler ist, wir mussten nur herausfinden, wie er unter dem Druck eines vollen Stadions agiert.“ Weiter sagte er über ihn „Er kann alles, sogar Kopfball“ und „Er ist technisch sehr versiert, sehr schnell im Kopf und kann Dinge gut umsetzen“. Dass er im Kopf sehr schnell ist, zeigt sich nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Schule, denn in dieser Saison musste er des öfteren Spiele ausfallen lassen, da er Klausuren oder anderen wichtigen schulischen Dingen den Vorrang gab. Wichtig sei ihm nur ein Schnitt im Dreierbereich, da die Doppelbelastung auch anstrengend sei, denn sogar in der Schule müsse er ständig Autogramme verteilen.
Im ganzen Umfeld der Mannschaft findet man nur positive Worte über den Zehner, doch die treffendsten Worte fand sein U19-Trainer Markus von Ahlen:


„Neben physischen und athletischen Attributen besitzt er vor allem herausragende technische Fähigkeiten. Ihm klebt buchstäblich der Ball am Fuß. Da können zwei oder drei Spieler um ihm herum sein, doch er ist fast nicht vom Ball zu trennen. Kai besitzt eine enorme Ballsicherheit und hat ein gutes Gefühl dafür, was in der jeweiligen Situation zu tun ist.“

Vorbild? Mesut Özil

Mit seiner Einwechslung am 15.10.2016 in Bremen wurde er mit 17 Jahren und 126 Tagen der jüngste eingesetzte Spieler Leverkusens, womit sich für ihn ein Traum erfüllte, denn er wollte schon immer ein Fußballprofi werden.
Sein Vorbild ist Mesut Özil, mit dem er jetzt schon oftmals verglichen wird, unter anderem vom Sportdirektor Rudi Völler.

„Mein Vorbild ist Mesut Özil. Ich glaube, dass sich unsere Spielweisen etwas ähneln und daher versuche ich, mir viel von ihm abzuschauen und dazuzulernen.“


Stärken: Kai Havertz bleibt trotz des ganzen Hypes um seine Person sehr bodenständig und weiterhin ehrgeizig, auch wenn er jetzt schon als kompletter Spieler gilt. Entgegen aller Erwartungen, die man an einen 17-Jährigen hat, agiert er am Ball überaus ruhig und reif, seine Beidfüßigkeit steuert dabei wesentlich zu bei! Statt auf der 10 kann der kommende Leverkusen-Trainer ihn ebenso ins rechte Mittelfeld oder auf die 8 stellen, denn der gebürtige Aachener ist sehr variabel einsetzbar.

Er schafft es recht oft durch seine Spielintelligenz, Handlungsschnelligkeit, Kreativität und eben sein schon recht gutes Passspiel, seine Mitspieler auch mit guten Steilpässen zu bedienen. Auffällig ist ebenso, dass er sich mittels seines Stellungsspiels immer wieder so positioniert, dass er für seine Mitspieler anspielbar ist. Führt er dann den Ball, merkt man, dass er technisch sehr versiert ist und permanent die Übersicht behält.

Immer mit Blick für seine Mitspieler

Ebenso fällt es den Gegenspielern sehr schwer, ihn vom Ball zu trennen, denn er ist aufgrund seiner Statur und seiner Robustheit in der Lage, den Ball vor den Gegenspielern dezent abzuschirmen. Seine Vorlagen, die daraus resultieren, sind bemerkenswert, denn mit 0,37 kreierten Großchancen pro Spiel stellt er denn 15. besten Wert der Liga dar.
53,1% seiner Dribblings sind erfolgreich, womit er den 7. Platz in der Bundesliga einnimmt, denn er besitzt nicht nur das Zeug, um sich durchzusetzen, sondern auch einen guten Antritt. Er läuft eigentlich seitens Leverkusens mit am meisten in der gesamten Truppe und strahlt trotz seines jungen Alters eigentlich immer eine gewisse Torgefahr aus, sei es durch einen Schuss seinerseits (ca. ein Schuss pro Spiel) oder eine Vorlage.

 

Schwächen: Mit 2,05 Fouls pro Partie begeht er insgesamt noch zu viele unnötige Fouls, wo dran er sicherlich noch arbeiten kann. Er strahlt zwar eine Torgefahr aus, doch sollte er trotzdem an seinem Abschluss (Trefferquote: 19%) arbeiten. Er ist noch nicht lange im Erwachsenenbereich, weswegen ihm noch die Erfahrung etwas fehlt, aber die wird er natürlich noch sammeln und infolgedessen auch weniger Ballverluste verursachen.

 

Prognose: Kai Havertz ist definitiv eine der größten Überraschungen der abgelaufenen Saison, denn es ist erstaunlich wie abgeklärt und ruhig Havertz in so jungen Jahren schon auftritt, wodurch es den Anschein erweckt, als würde er schon seit Jahren bei den Profis spielen. Für einen so jungen Burschen ist er unglaublich komplett, was nicht nur Mannschaftsmitglieder bestätigen, sondern auch Statistiken, die klar für ihn sprechen.

Er besitzt jetzt schon kaum noch Schwächen und an den wenigen, die er noch besitzt, wird er arbeiten und diese werden gewiss auch mit der wachsenden Erfahrung und dem richtigen Trainer nahezu verschwinden. Wir hoffen, dass er weiterhin klar im Kopf und auf dem Boden bleibt, denn er kann in Leverkusen auf jeden Fall noch einige Zeit bleiben, um dort Erfahrungen zu sammeln. Bisher macht er jedenfalls aber einen durchaus sehr klaren und fokussierten Eindruck, weswegen wir denken, dass er ganz genau weiß, was er tut.
Wir sehen in ihm das Potenzial, ein Spieler auf Weltklasse-Niveau werden zu können und denken, dass sein Weg auch zwangsläufig in die Nationalmannschaft führen wird.

Autor: Sven Thomas/ Stand: 23.05.2017

Alle Fähigkeiten auf einen Blick:

Stand: 23.05.2017/ Bild: pixabay.com