Stand: 06.06.2017/ Bild: facebook.com/Lorenzo-Pellegrini

Hier geht es zum aktuellen Transfermarkt.de-Profil:

Scoutbericht:


Allgemeines: Lorenzo Pellegrini ist wohl einer der kommenden Top-Akteure in der Serie A. Der 1,86m große "Mezzala" (zentraler Mittelfeldspieler) zeigte bereits im Alter von 17 Jahren in der Primavera, dass er ein Spiel lenken kann und einen guten Torriecher besitzt, indem er in 18 Spielen fünf Tore erzielte. Auch in der UEFA Youth League drehte der aktuelle U21-Nationalspieler Italiens für die Roma richtig auf, sodass es sogar bis fürs Halbfinale reichte. 
Er wechselte für 1,25 Mio. Euro von der Primavera der "Giallorossi" zum US Sassuolo, die die Philosophie verfolgen, junge italienische Talente auszubilden, wie zum Beispiel Domenico Berardi, Stefano Sensi oder Giovani Dell’Orco. Da die Hauptstädter aber das Potenzial in Pellegrini erkannten, sicherte man sich eine Rückkaufoption in Höhe von 8 Mio. Euro, die sie bis Sommer 2017 ziehen können.

Der langsame Weg in Richtung Durchbruch

Pellegrinis erste Saison verlief zunächst nicht optimal, er saß oft auf der Bank und gab sein Debüt erst am 12. Spieltag gegen den Rivalen FC Carpi. Doch ab dort konnte er immer mehr das Vertrauen von Trainer Di Francesco gewinnen und verhalf dem Club aus der Provinz Modena mit regelmäßigen Einsätzen in der Rückrunde, sich erstmal in der Vereinsgeschichte für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren, der Europa League. 
In der laufenden Saison feierte er dann endlich seinen Durchbruch und ist aktuell der beste U21-Spieler der Serie A mit ganzen 13 direkten Torbeteiligungen. Er konnte nicht nur mehr Tore erzielen, sondern hauchte zusätzlich seinem Spiel mehr Kreativität ein. In Di Francescos 4-3-3 System ist er absoluter Leistungsträger und das kreative Element, indem er den offensiven 8er gibt, während sein Teamkollege Alfred Duncan eher den defensiveren Part übernimmt und Pellegrini den Rücken freihält. 


Stärken: Trotz der zentralen Rolle besitzt Pellegrini den sogenannten Torriecher und ist für einen Mittelfeldspieler sehr torgefährlich. Durchschnittlich schießt er zweimal pro Spiel aufs Tor und sorgt für Gefahr, denn seine solide Schusstechnik verhilft ihm, außerhalb der Box per Distanzschuss oder Standard erfolgreich zu sein. Durch seine vorhin angesprochene Kreativität und Beidfüßigkeit ist er in der Lage, oftmals auch in schwierigen und aussichtslosen Situationen eine Lösung zu finden, egal ob durch einen Doppelpass auf engstem Raum oder eine präzise Flanke aus dem Halbfeld, die dann zum Torversuch wird. Man könnte ihn daher als den "Da Vinci aus der Reggio Emilia" bezeichnen. Dass er pro Spiel mindestens einen tödlichen Pass spielt, bekam speziell das zu dem Zeitpunkt formstarke Sampdoria Genua zu spüren, denn er spielte dank seiner enormen Übersicht und Handlungsschnelligkeit zweimal einen Steilpass, der die gesamte Abwehr der Ligurier aushebelte und dann als Tor verwertet wurde, Endstand 2:1 für Sassuolo.

Sowohl in der Offensive als auch in der Defensive zu gebrauchen

Aber auch gegen den AC Milan fiel er trotz der 3:4 Niederlage doppelt auf, da er selbst einmal traf und genauso einmal auflegte. Im Eins-gegen-Eins ist er ebenfalls solide, da er mit beweglichen Körpertäuschungen seine Gegenspieler auf Distanz hält und sich dadurch Luft verschafft, um seine Mitspieler im richtigen Moment anzuspielen oder selbst aufs Tor zu schießen. Gegen den Ball ist der Mittelfeldmann durchaus zu gebrauchen, da er etwa zwei Tacklings pro Spiel gewinnt und hierbei ein sehr gutes Timing zeigt und mit seiner Zweikampfquote von 42% zu überzeugen weiß. Mit seinen 20 Jahren sammelte er zudem bereits Erfahrung außerhalb der Serie A in einem europäischen Wettbewerb, was ihm eine Menge Erfahrung eingespült haben sollte.

 

Schwächen: Oftmals weiß er aber nicht genau, wie er in den Zweikampf gehen muss und wird unfair. Dabei sprechen sieben gelbe Karten und eine rote Karte eine klare Sprache. Auch durch sein Stellungsspiel fängt er nur magere 1,4 Bälle pro Spiel ab und kann nur 1,2 Bälle klären, was zwar verbesserungswürdig ist, aber nicht tragisch, solange er die offensive Rolle spielt. An seiner Passsicherheit muss er auch noch arbeiten, da er mit 75% zielgenauen Pässen ebenfalls Luft nach oben hat. Zwar spielt er oft wichtige Schlüsselpässe, leistet sich aber trotz allem zu viele riskante Fehler für einen zentralen Mittelfeldspieler.


Prognose: Das Interesse an ihm ist groß, dementsprechend auch sein Sprung. Er hat es binnen zwei Saisons geschafft, von einem Primavera-Star zu einem Serie A-Protagonisten zu reifen. In so kurzer Zeit hat sich kein gleichaltriges Talent der Serie A so stark weiterentwickelt wie Pellegrini. Egal, ob er zur Roma zurückkehrt oder zu einem anderen Klub wechselt, im Sommer hat er eine große Zukunft vor sich und hat das Potenzial, sich auf Anhieb bei einem größeren Klub durchzusetzen. Die Wahl sollte jedoch sehr bedacht sein.

Autor: Sascha Baharian/ Stand: 05.05.2017

Alle Fähigkeiten auf einen Blick:

Bild: pixabay.com