Stand: 06.06.2017/ Bild: wikimedia.org

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Scoutbericht:


Allgemeines: Milans neuer Regisseur und eventuell sogar zukünftiger Kapitän wird wohl mit großer Wahrscheinlichkeit Manuel Locatelli heißen. Der 19-jährige Italiener trägt die Nummer 73 und spielt seit seinem 11. Lebensjahr bei den Rossoneri. Er ist auf der zentralen defensiven Mittelfeldposition beheimatet und genießt jetzt schon riesige Rückendeckung von der Vereinsführung um Silvio Berlusconi. Dieser erhofft sich von ihm eine Zukunft als großer Regisseur und Chef-Scout Mauro Bianchessi ist sich sicher, dass Locatelli innerhalb der nächsten drei Jahre die Kapitänsbinde tragen wird. Unter Massimiliano Allegri durfte er damals im Alter von 15 Jahren schon mit den Profis trainieren und im Februar 2016 wurde er vom damaligen Trainer Siniša Mihajlović in den Profikader aufgenommen. Seit der U15 durchlief er alle Jugendnationalmannschaften Italiens und ist seit nach der EM der neue Kapitän der U19-Nationalmannschaft. Und auch bei Milan scheint es nun zu laufen, denn er profitierte von der Verletzung Riccardo Montolivos in der Hinrunde und war dadurch zu dem Zeitpunkt der alleinige Regisseur auf der Sechserposition. Dabei übertraf er alle Erwartungen und spielte auf eine so souveräne Art und Weise, die keiner erahnen konnte.


Stärken: Vor allem seine hervorragende Übersicht, mit der er seine langen Bälle oft sicher ins Ziel bringt, kam zur Geltung, genau wie sein Passspiel, das insgesamt eine Quote von 83,1% erfolgreicher Pässe aufweist. Er besitzt eine außerordentliche Schusstechnik wie man beispielsweise gegen US Sassuolo oder auch gegen Juventus sehen konnte, als er zwei grandiose Treffer erzielte. Als alleiniger Sechser ist ein richtiges Timing beim Tackling, ein solides Stellungsspiel und eine ordentliche Zweikampfstärke notwendig. Das alles hat Locatelli schon längst und zeigt das immer wieder auf beeindruckende Art und Weise. Seine Zweikampfstärke liegt aber nicht sonderlich an der Physis, viel mehr setzt er seinen Körper genau richtig ein. Sein taktisches Verständnis ist jetzt schon sehr ausgereift, was äußerst untypisch für Spieler seines Alters ist. Sogar in engen Situationen ist er in der Lage, mit seiner Technik das Problem zu lösen. Locatelli ist ein leidenschaftlicher Fußballer, wie man unschwer nach dem Spiel gegen US Sassuolo erkennen konnte, als er ein Interview unter Tränen vor Freude gab. Dies liegt wohl an der Liebe zu „seinem“ Verein.


Schwächen: Leider spielt er noch zu oft katastrophale Fehlpässe im Aufbauspiel, auch in Situationen in denen er noch nicht mal unter Druck steht. Das zeigt, dass er dringend an seiner Konzentration arbeiten und diese über 90 Minuten aufrecht halten muss. Außerdem ist er oftmals noch zu unsicher bei Ballbesitz und überlegt zu lange, ob er den Pass spielen soll oder nicht, was dazu führt, dass er das Umschaltspiel drosselt und dem Gegner Zeit gibt, sich wieder besser zu positionieren. Das gehört mit Sicherheit zum Lernprozess, da er versucht, seine Fehlpässe abzustellen. Er hat zwar viele Stärken, jedoch ist er nicht immer und sofort in der Lage, diese abzurufen, weswegen man ihm mangelnde Konstanz vorwerfen kann. Auch in Luftduellen sehen wir noch eine Schwäche, da er mit 33% gewonnen Luftduellen noch sehr viel Verbesserungspotenzial hat. Zuletzt ist sein Körperbau für den Profifußball eigentlich noch etwas zu schmächtig.

 

Prognose: Trotz des ganzen Trubels um ihn und auch Donnarumma wirkt er sehr bodenständig und bleibt fokussiert. Die Rolle des verletzten Montolivos wird er noch etwas länger ausfüllen und steht deswegen bei den Milan-Fans hoch im Kurs. Diese forderten schon vor der Verletzung Montolivos die Wachablösung durch den „Capitan Futuro“. Doch primär sollte er noch hart an seinen Schwächen arbeiten und diese verbessern. Schafft er das, könnte er der neue „Demetrio Albertini“ des AC Milan werden und zu einem zentralen defensiven Mittelfeldspieler von internationalem Format reifen.

Autor: Sascha Baharian/ Stand: 18.03.2017

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