Stand: 10.07.2017/ Bild: eintracht.de

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Allgemeines: Marc Stendera hat bei der Eintracht keine leichte Saison hinter sich. Im Gegenteil: Der erst 21-jährige Mittelfeldmann kann einem richtig leid tun! In der laufenden Saison kam er bislang gerade mal auf einen Einsatz, da er durch einen Kreuzbandriss fast die gesamte Saison ausfiel. Das Tragische daran ist, dass es nicht sein Erster, sondern bereits sein Zweiter in seiner jungen Profikarriere ist.
Stendera wurde am 10.12.1995 in Kassel geboren und wechselte 2010 in die U17 der Eintracht. Er spielt im zentralen Mittelfeld, kann aber auch als offensiver Mittelfeldspieler oder im linken Mittelfeld spielen. Seinen einzigen Einsatz in dieser Saison konnte er gegen Hoffenheim feiern und kassierte hinterher ordentlich Lob von Trainer Niko Kovac:
„Ich glaube alle, die im Stadion waren, haben heute gesehen, dass der Marc ein wirklich sehr, sehr gut Spiel gemacht hat. Nach elf Monaten Pause in einem Bundesligaspiel – in einem Auswärtsspiel – solch eine kämpferische und leidenschaftliche Leistung an den Tag zu legen, das ist schon einzigartig. Das habe ich auch noch nicht erlebt."
Auch sein ehemaliger Trainer Armin Veh war sehr von ihm angetan und bezeichnete ihn als den Andrea Pirlo der Eintracht, jedoch ruhte sich Stendera nicht auf diesen Komplimenten aus, was sehr für seinen Charakter spricht.

„Das sind natürlich Komplimente vom Trainer, die man gerne annimmt, auf denen man sich aber auch nicht zu sehr ausruhen sollte. Sondern man sollte täglich in jedem Training zeigen, dass der Trainer auch zurecht solche Komplimente macht. Und natürlich ist es für jeden Spieler wichtig, wenn man ein gutes Verhältnis zum Trainer hat, und wenn man weiß, was der Trainer an einem schätzt. Das ist bei mir momentan so und das kann man genießen.“

Vor einiger Zeit sorgte er mit dem Spruch „Wir sind doch hier nicht beim Frauenfußball!“ für eine große „Hate“-Welle und brachte in ganz Deutschland Fußballerinnen gegen sich auf. Als Strafe schickte ihn die Eintracht zum Training der U17 der Frankfurter Damen, wo er zuerst ausgebuht wurde, sich dann entschuldigte, sich anschließend aber doch als Strafe auf die Torlinie stellen musste und dann Schüsse kassierte.
Im Alter von 14 Jahren zog Marc von daheim aus und zu einer Gastfamilie nach Frankfurt, später zog es ihn ins Eintracht-Internat. Ebenso zog es seinen Bruder Nils in die U17 der Eintracht.
Bevor wir jetzt zu den Stärken gehen, gibt euch der ehemalige Trainer Thomas Schaaf eine kleine Zusammenfassung seines Talents:


„Er ist ein Spieler mit einer sehr hohen Spielintelligenz, der technisch sehr stark ist, der entscheidende Pässe spielen kann und der selbst den Abschluss sucht. Er ist einer, der mit der Kugel umgehen kann.“

Wir analysieren das für euch jetzt etwas genauer:


Stärken: Mit seiner Zielstrebigkeit und seinem Selbstbewusstsein versucht er bereits Verantwortung auf dem Platz zu übernehmen und somit voran zu gehen. Auch aufgrund seiner Größe von 1,73m ist der Rechtsfuß sehr beweglich und besitzt eine extrem gute Balance.
Durch seine erstklassige Übersicht und ein ebenso brillantes Passspiel ist er immer in der Lage, einen seiner Mitspieler mit dem "richtigen" Pass zu bedienen, denn Stendera trifft oftmals die richtigen Entscheidungen bei seinen Abspielen. Hier helfen ihm seine technischen Fähigkeiten, unter anderem seine Beidfüßigkeit und eine immense Kreativität, mittels der er durch einen Pass die gesamte Abwehr aushebeln kann. Man kann also gewiss behaupten, dass er eine sehr hohe Spielintelligenz besitzt.

Gefahr vom ruhenden Ball aus möglich

Standardsituationen gehören zweifellos zu einer seiner Stärken, denn durch diese kann er gefährliche Situationen inszenieren, zudem kann er dank seines präzisen und harten Schusses auch mal aus der Distanz gefährlich werden. Er ist ein richtiger Kämpfer, kann fair tacklen und schmeißt sich nahezu in jeden Zweikampf und zeigt vollen Einsatz, wie man beispielsweise gegen die TSG aus Hoffenheim sehen konnte.
Auch seine Laufstärke und seine Ausdauer sind sehr beachtlich, denn er legt oftmals die größte Distanz auf dem Feld zurück. Sein Dribbling ist zudem sehr effektiv, was man häufig erkennen kann, wenn es eng um ihn herum wird und er sich durch einen Trick Luft verschafft. In der letzten Saison konnte er sogar den 12. besten Wert der Bundesliga mit 58,2% erfolgreicher Dribblings vorweisen.


Schwächen: Leider ist seine größte Schwäche in der Tat seine Anfälligkeit für Verletzungen, wie man in der abgelaufenen Saison als SGE-Fan schmerzlich anerkennen musste. Aufgrund seiner Größe ist er recht kopfballschwach, was als 10er aber nicht sonderlich relevant ist. Obendrein ist er nicht gerade der sprintstärkste Spieler und hat häufig Probleme mit der Konstanz seiner Leistungen. In der letzten Saison fing er zudem oftmals an, unnötige Fouls zu begehen und hatte rund 2,11 Fouls pro Spiel.


Prognose: Leider wurde Stendera durch viele kleinere aber auch größere Verletzungen immer wieder zurückgeworfen, konnte sich dennoch etliche Male in die Stammelf kämpfen und auch durch gute Leistungen überzeugen. Aktuell ist er wieder fit und wir hoffen, dass er dies auch nun erstmal bleibt, damit er uns auch wieder sein volles Potenzial auf dem Platz zeigen kann. Insgesamt besitzt er, wie Thomas Schaaf schon sagte, gute Anlagen, jedoch sind bei seinen Schwächen einige Dinge dabei, die er dringend verbessern sollte.

Wir denken, dass er zusammen mit SGE-Coach Niko Kovac wieder zur alten Form finden und auf Dauer wieder viel Einsatzzeit sammeln kann. Insgesamt sehen wir in ihm das Potenzial, irgendwann bei einem international ambitionierten Verein spielen zu können. Womöglich schafft er sogar den Weg zu einem absoluten Top-Klub, jedoch braucht er dafür eine Menge Glück, um verletzungsfrei zu bleiben. Das Potenzial für die Nationalmannschaft besitzt er ebenfalls, jedoch muss Stendera hierfür das Optimum seines Entwichlungspotenzials erreichen, da die Konkurrenz auf seiner Position wirklich enorm ist.

Autor: Sven Thomas

Alle Fähigkeiten auf einen Blick:

Stand: 01.05.2017/ Bild: pixabay.com