Stand: 13.09.2017/ Bild: instagram.com/maulemos3/

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Scoutbericht:

Allgemeines: Diego Godin ist mittlerweile nicht mehr der Jüngste im Kader der Uruguayer, doch wer soll in Zukunft neben Gimenez das Abwehrzentrum verriegeln, wenn Godin seine Karriere beenden sollte?
Wir würden dafür Mauricio Lemos vorschlagen, denn der 1,85m Mann hat mit seinen 21 Jahren in der vergangenen LaLiga-Saison enorm für Aufsehen gesorgt. Er war bereits Anfang 2016 an Las Palmas verliehen und wurde dann im Sommer fest verpflichtet. Doch dabei hätte er auch die Möglichkeit gehabt, für den großen FC Barcelona aufzulaufen. „Sportdirektor Robert Fernandez sagte mir, dass sie an mir interessiert sind und sie mir die Möglichkeit eines Wechsels nach Barcelona geben wollen." Weiter sagt er: „Ich sprach mit meiner Familie und entschied, nicht nach Barcelona zu gehen. Ich fühlte, dass es das Beste ist. Viele Spieler gehen nach dem Namen des Vereins, aber wofür gehen sie? Wenn ich eines Tages zu einem großen Verein gehe, ist es meine Absicht Stammspieler zu sein."
Jetzt hat der Uruguayer eine Ausstiegsklausel, die bei rund 29 Mio. Euro liegen soll und der FC Everton soll großes Interesse an ihm haben, doch gilt es mehr als nur fraglich, ob Lemos eine Arbeitserlaubnis in England erhält, da die Regelungen dort sehr streng sind.


Stärken:  Auf dem Platz ist Lemos sehr auffällig! Das liegt abgesehen von seiner Frisur daran, dass er körperlich so robust ist, dass er auffallen muss. Zudem organisiert er jetzt schon die Defensive wie ein Führungsspieler. Er hat keine Angst in 1-gegen-1-Situationen zu gehen, besitzt eine gesunde, aggressive Zweikampfführung und foult dadurch im Durchschnitt nur einmal pro Partie. Mittels seiner guten Antizipation fängt er viele Bälle ab und ist auch offensiv gut zu gebrauchen.

Sein Offensivdrang, der ein wenig an David Luiz erinnert, macht ihn auch vor dem gegnerischen Tor gefährlich und nicht für umsonst kommt er bei 23 LaLiga-Spielen auf fünf Tore. Bei Standardsituationen und ruhenden Bällen konnte er Las Palmas in der abgelaufenen Saison gut helfen, da er eine gute Technik hat und so einige spektakuläre Freistoßtore erzielen konnte. Hat er beim Umschaltspiel genug Platz und wird nicht angegriffen, sollte der gegnerische Keeper zittern, denn auch aus der Distanz ist er sehr gefährlich.

Überraschende Dribblingqualitäten und präzises Passspiel

Am Ball ist er ebenso ruhig und sicher, weswegen er ab und an auch mal ins Dribbling geht, in welchem er ebenfalls keine schlechte Rolle abgibt und sich auch durchaus durchzusetzen weiß. Sollte er auch nur ein wenig Platz bekommen, schafft er es den Ball auf den Zentimeter genau zu seinen Mitspielern zu platzieren. Besonders seine zielgenauen langen Pässe stechen einem sofort ins Auge. Eigentlich ist Lemos hauptpositioniert als Innenverteidiger, aber aufgrund seines beachtlichen Spielaufbaus spielte er oftmals als zentraler defensiver Mittelfeldspieler. Er sucht immer wieder die Lücke in der gegnerischen Abwehr, um genau in diesen einen Mitspieler mit einem gut getimten Pass zu bedienen. Dabei kommt ihm seine gute Übersicht natürlich zugute, denn seine Passgenauigkeit in der letzten Saison lag bei einem Wert von 83,3%. Ihm unterlaufen so gut wie keine eklatanten Fehler, was sehr für seine gute Konzentrationsfähigkeit spricht. Erwähnenswert ist noch, dass er eine überaus solide und brauchbare Schnelligkeit für einen Innenverteidiger besitzt.


Schwächen: Teilweise fehlt ihm noch das richtige Timing bei Tacklings beziehungsweise die nötige Geduld zu warten, wann der perfekte Zeitpunkt fürs Tackling ist. Zusätzlich gewinnt er im Verhältnis zu seiner ordentlichen Größe nur wenige Luftduelle mit gerade einmal 1,3 pro Spiel und 52% gewonnenen Kopfballduellen.
Insgesamt gesehen könnte er für einen Innenverteidiger noch durchaus zweikampfstärker werden, denn er gewinnt nur rund 47% seiner Duelle und dort ist definitiv noch Luft nach oben. Er sammelt momentan mehr und mehr Erfahrung in Spanien, aber für einen ganz großen Verein wie den gehandelten FC Barcelona fehlt ihm noch einiges, auch weil er international bisher noch nicht wirklich viel agiert wie zum Beispiel in internationalen Wettbewerben oder in der Nationalmannschaft.


Prognose: Mauricio Lemos gilt als einer der Hoffnungsträger für die Zukunft der Innenverteidigung der uruguayischen Nationalmannschaft und hat schon mehr als nur sein Potenzial angedeutet. Bei Las Palmas hat er sich bisher schon gut entwickelt und ist zu einem Organisator und Führungsspieler der Defensive gereift. Diese Führungsqualitäten und seine guten Leistungen haben bereits letztes Jahr den großen FC Barcelona auf den Plan gerufen und aktuell soll mit dem FC Everton ebenfalls ein sehr ambitioniertes Team an ihm interessiert sein. Wir vertreten dabei aber die Meinung, dass ein Transfer zu den Toffees unrealistisch ist. Nun denken und hoffen wir, dass er in der kommenden Saison nochmal einen Schritt nach vorne machen und an seinen Schwächen arbeiten kann, denn dann wird er ein überaus kompletter Spieler und auch offensivstarker Innenverteidiger sein.

Godins Nachfolger in der Nationalmannschaft?

Wir sehen in Lemos das Potenzial, spätestens in ein paar Jahren zu den besseren Innenverteidigern in Europa gehören zu können und trauen ihm auch einen Transfer zu einem größeren europäischen Verein zu. Langfristig gesehen wird er sehr wahrscheinlich auch früher oder eben etwas später den Sprung in die Nationalmannschaft schaffen und vielleicht den aktuellen Innenverteidiger Diego Godin von Atletico Madrid dort beerben. Bis dahin liegt aber noch ein recht weiter Weg vor ihm, den er nun gehen muss.

Autor: Florian Först/ Stand: 06.08.2017

Alle Fähigkeiten auf einen Blick:

Stand: 06.08.2017