Vorläufiger Scoutbericht:

Maxi Eggestein (21) - Bremens unermüdlicher Dieselmotor


Mit 18 Punkten in 10 Spielen ist Werder Bremen das sechststärkste Team in der Rückrunde der Bundesliga. Das Team um Florian Kohfeldt schaffte den Sprung von Tabellenplatz 16 auf Platz 12 und hat nun acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Dabei wird vor allem Max Kruse als Träger des Aufschwungs gesehen, da der 30-Jährige nicht nur mit zwei Toren und fünf Vorlagen punktet, sondern auch Kampfgeist und Leaderqualitäten zeigt.

Unserer Meinung nach sollte man sich als Bremen-Fan aber auch bei Maximilian Eggestein bedanken. Der 21-jährige Mittelfeldspieler macht nämlich Strecke wie ein Dieselmotor von Volkswagen. Denn in der Rückrunde ist Eggestein gefühlt jeden Spieltag der Spieler, der die meisten Kilometer absolviert hat. Und dies ist auch in der Tat der Fall; der geborene Hannoveraner war an insgesamt zehn Spieltagen der laufstärkste Mann auf allen Plätzen innerhalb der ersten Liga. Am 16. Spieltag knackte er gegen Bayer Leverkusen sogar die 14 Kilometer-Marke, was vor ihm in dieser Saison noch niemand geschafft hatte.


Der intelligente Läufer

Als Alexander Nouri noch die Weserelf trainierte, schwankte Maxi noch zwischen erweitertem Bundesligakader und zweiter Mannschaft. Kohfeldt, der bis dahin noch die zweite Mannschaft trainierte, ernannte ihn dann zum Kapitän und auch Kohfeldt war es, der, nachdem er Trainer der ersten Mannschaft wurde, Eggestein im Profikader integrierte und ihn sogar zum Stammspieler machte. Was ist aber so besonders daran, dass Eggestein 90 Minuten lang auf dem Platz hin- und herrennt, wird sich manch einer fragen.

Das Besondere ist, dass Maxi intelligent läuft, denn er läuft so, dass er Räume für sich oder seine Mitspieler aufreißt und somit Chancen kreiert, die er selber oder ein Mitspieler nutzen kann. Ebenso läuft er dem Ball hinterher, falls dieser nachlässig verloren wird und sucht den Defensivzweikampf. Er ist also ein wichtiger Stabilisator in der sonst oftmals wackeligen Defensive der Norddeutschen und sorgt für eine gewisse Ausgeglichenheit.

Nach dem Bundesligastammplatz in die Nationalelf?

In der Länderspielpause wird Maxi aber erstmal für die U21 Deutschlands zwischen den Sechszehnern der beiden Mannschaften Kilometer sammeln. Er wurde für die Qualifikationsspiele gegen Israel und den Kosovo nominiert, hat aber mit Mahmoud Dahoud einen namhaften Konkurrenten vor sich. „Ich möchte selbstverständlich auf meine Spielzeit kommen. Allerdings gehe ich nicht mit der Forderung dahin, spielen zu müssen.“

Auch Florian Kohfeldt sagt, dass er die Entwicklung des 21-Jährigen überragend findet.

Raus aus dem Schatten des kleinen Bruders

 Vor dem Trainerwechsel wurde Maxi Eggestein noch von den Meisten belächelt und eigentlich nicht wirklich ernstgenommen, denn wenn man den Namen Eggestein gehört hatte, hatte man oftmals eher an seinen jüngeren Bruder Johannes gedacht, der mit seinen 19 Jahren zu den größten Talenten Deutschlands zählt. Doch im Moment sieht es eher so aus, als hätte Maxi die besseren Karten, da Johannes in der dritten Liga noch nicht auftrumpfen konnte.

Autor: Sven Thomas/ Stand:25.03.2018