Vorläufiger Scoutbericht:

Santiago Ascacibar – Ein Gaucho im Schwabenland


Auf der Suche nach einem defensiven Mittelfeldspieler ist der VfB Stuttgart beim argentinischen Erstligisten Estudiantes de La Plata fündig geworden. Die Schwaben zahlen 5 Mio. Euro (+ 3 Mio. mögliche Zusatzzahlungen) für den 20-jährigen Santiago Ascacibar, der für die meisten Bundesligafans absolut unbekannt ist. Doch viele Experten sagen dem Gaucho eine große Zukunft voraus. Dieser führte die U20-Auswahl der Argentinier bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Südkorea als Kaptän an und sammelte so bereits internationale Erfahrung. Jetzt freut er sich erstmal auf die Bundesliga, die er selbst zu den besten Ligen der Welt zählt. VfB-Sportvorstand Michael Reschke sagte über das Talent:

„Man darf von einem jungen Spieler keine Wunderdinge erwarten, aber er wird uns schon in dieser Saison entscheidend helfen können. Und in der Zukunft ist auch mehr als das möglich.“

Mit Ascacibar hat der VfB einen Jungen an Bord gezogen, der keinen Zweikampf scheut und zudem bereit ist, sich für sein Team voll und ganz zu opfern. Seine Antizipation sowie seine Grätschen sind bereits auf einem hohen Niveau. Schafft er es, dieses Niveau auch in der Bundesliga zu beweisen, werden es seine Gegenspieler schwer haben, ihn auszuspielen. Man merkt ihm direkt an, dass er die Mentalität eines Kriegers besitzt, der nach einem Ballverlust den Kopf nicht hängen lässt, sondern direkt Vollgas gibt, um den Ball wieder zurückzuerobern. Im Gegensatz zu vielen seiner Landsmänner geht er dabei äußerst fair in den Zweikampf und trifft in der Regel oftmals den Ball. Gewiss kommt er hin und wieder mal zu spät und grätscht dann seinen Gegner um, was zu einer gelben Karte führt. Das kam in 38 Spielen in der argentinischen Primera División 11 Mal vor, dennoch sah er keine einzige rote Karte und bewies damit Sensibilität im Zweikampf! Zudem können sich die Stuttgarter auf schnelles Umschaltspiel freuen, denn gewinnt der Gaucho einen Ball, geht das Spiel über ihn sehr schnell und mittels zwei bis drei Pässen landet der Ball von der eigenen Hälfte beim Gegner vor dem Strafraum und führt unmittelbar zur Gefahr. Seine Ausdauer gekoppelt mit seiner Schnelligkeit machen ihn sehr laufstark und er ackert bis zur letzten Minute.

Bei eigenem Ballbesitz schafft er es dank seines sicheren Passspiels, sowohl vorne mit Dampf zu machen als auch dem Gegner beim Gegenangriff bereits früh den Wind aus den Segeln zu nehmen. In der Luft ist "El Ruso" aufgrund seiner geringen Körpergröße (1,68m) wenig effizient. Insgesamt haben die Schwaben ein vielversprechendes Gesamtpaket verpflichtet, welches sich, sofern die Anpassung gut verläuft, als absolute Verstärkung und Investition für die Zukunft herausstellen kann. Den Mann, der mit der Nummer 6 auflaufen wird, sollte man definitiv im Blickfeld behalten und gespannt sein, wohin sein Weg führen wird. Leider werden wir ihn aber erst frühstens am 3. Spieltag gegen den FC Schalke 04 sehen, da er gegen den FSV Mainz 05 aufgrund von Formalitäten, die er wegen seines Transfers nach Deutschland noch erledigen muss, fehlt. In seiner Heimat setzt man in Bezug auf die "Albiceleste" große Hoffnungen in Ascacibar, da es bis auf Lucas Biglia wenig starke Sechser in Argentinien gibt, die gleichermaßen fußballerisch etwas zu bieten haben. "El Ruso" besitzt alle wichtigen Anlagen die man braucht, um zu einem enorm starken defensiven Mittelfeldmann zu reifen und damit die Erwartungen der Gauchos in seine Person erfüllen zu können.

Autor: Sven Thomas/ Stand: 25.08.2017