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Sergio Cordóva (19) - Der Topscorer der "Mini Vinotintos" soll Augsburgs Offensive stärken


Der FC Augsburg hat am Dienstagabend noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und das gleich doppelt. Darunter der erst 19-jährige Venezolaner Sergio Córdova, den man vom venezuelanischen Rekordmeister Caracas FC verpflichten konnte. Der Stürmer erhält einen Vertrag über fünf Jahre dotiert bis zum 30. Juni 2022, bezüglich der Ablösesumme werden knapp eine Million Euro gehandelt. Doch wie kamen die Fuggerstädter darauf, einen so unbekannten Spieler aus dem weit entfernten Venezuela in den Fokus zu nehmen? Mit äußerst hoher Wahrscheinlichkeit durch die U20-Weltmeisterschaft diesen Sommer in Südkorea. Denn das fußballerisch "kleine" Venezuela schaffte es überraschend bis ins Finale und musste sich nur knapp mit 0:1 gegen England geschlagen geben. Entscheidenden Anteil am Finaleinzug hatte Rechtsaußen Sergio Córdova, der mit 4 Toren zum Topscorer der "Mini Vinotintos" avancierte.

Besonders sein spielentscheidendes Tor im Viertelfinale gegen Mexiko war atemberaubend, als er einen Ball auf Brusthöhe sauber und eng mit der Fußspitze annahm und per Finte noch zwei Abwehrspieler plus Torwart narrte, um dann lässig einzuschieben. Dieses Tor sorgte dafür, dass der Rechtsfuß die begehrenswerte Auszeichnung "Schönstes Tor des Turniers" überreicht bekam! Es war nur eine Aktion, jedoch konnte man in dieser erahnen, dass der Neu-Augsburger technisch enormes Potenzial besitzt. Seine technischen Fähigkeiten konnte man auch in der Vorrunde gegen Vanuatu bewundern, denn auch dort gelang ihm ein Treffer, als er einen anspruchsvollen, halbhohen Ball mit rechts annahm, um ihn unmittelbar mit links unter die Latte zu hämmern. Zudem konnte er die Bälle dank seiner 1,88m gut behaupten und mit trickreichen Dribblings auf dem rechten Flügel Akzente setzen. Trotz seiner Größe besitzt er eine gute Grundschnelligkeit. Dies gepaart mit seiner Physis macht ihn zu einem sehr unangenehmen Gegenspieler. Bekommt der variable Offensivmann Bälle außerhalb der Box, dann müssen sich die Torhüter in Acht nehmen, da er durchaus in der Lage ist, hart und präzise abzuschließen.

Cordova kann dank seines effektiven Abschlusses nicht nur auf beiden Flügeln, sondern auch im Sturmzentrum eingesetzt werden, was es FCA-Coach Manuel Baum ermöglicht, taktisch variabel zu bleiben. Ein tolles Paket, welches der FCA an Land gezogen hat und das für ein geringes Entgelt. Der in Calabozo geborene Juniorennationalspieler wird gewiss noch seine Zeit benötigen, um sich an das Tempo und den Rythmus der Bundesliga zu gewöhnen, doch sollte er die richtige Mentalität besitzen, wovon wir ausgehen, dann könnte er schon zeitnah zu einem Fanliebling in der WWK Arena avancieren. Die Anlagen sind ohne Zweifel vorhanden, was auch die FCA-Verantwortlichen betonten: „Mit Sergio Córdova konnten wir ein junges Talent für den FCA gewinnen, das bei der U20-WM zuletzt seine Qualitäten deutlich gezeigt hat. Wir sind überzeugt, dass er sich in der Bundesliga durchsetzen kann und werden ihm daher die nötige Zeit für die Eingewöhnung und Entwicklung geben“, sagte FCA-Manager Stefan Reuter. Wir wünschen es ihm und hoffen, dass der Mut auf dieses exotische Talent zu setzen, bald belohnt wird.

Autor: Sascha Baharian/ Stand: 05.07.2017