Reiss Nelson vs Fortuna Düsseldorf

Die Arsenal-Leihgabe trifft bei Debüt


In der letzten Phase der heißen Transferperiode schlug die TSG Hoffenheim nochmals kräftig zu und lieh das begehrte Arsenal-Talent Reiss Nelson aus. Aufgrund der Länderspielpause musste sich der 18-jährige Engländer jedoch noch etwas gedulden, bevor er für die Sinsheimer die Schuhe schnüren durfte. Am gestrigen Samstag war es dann in der Bundesligapartie gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf endlich soweit, denn TSG-Coach Julian Nagelsmann verhalf dem Ausnahmetalent zu dessen Bundesligadebüt. Es sollte eine ganz besondere Partie für den jungen Gunner werden.

Die Hoffenheimer starteten verheißungsvoll in die Auswärtspartie und übernahmen schnell das Kommando. Jedoch versäumte es die TSG, ihre hochkarätigen Chancen in Tore umzumünzen. Besonders der Vizeweltmeister Andrej Kramaric, welcher gar aus wenigen Metern kläglich vergab. Gegen Ende der ersten Halbzeit rächte sich dieser Chancenwucher seitens der Kraichgauer und der Aufsteiger ging mit 1:0 in Führung. Alfredo Morales köpfte nach einer sehenswerten Jean Zimmer-Flanke unhaltbar ins linke Eck ein und stellte den Spielverlauf somit auf den Kopf.

Die Gäste kamen in der zweiten Halbzeit sichtlich irritiert zu keiner nennenswerten Torchance mehr. Daher sah sich Coach Nagelsmann in der 72. Minute gezwungen, Toptalent Nelson auf das Grüne zu entsenden, mit dem Auftrag Schwung in die Partie zu bringen. Der aktuelle englische U20-Nationalspieler verlor zwar unmittelbar sein erstes Dribbling, doch ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen, sondern glaubte weiterhin an seine außergewöhnlichen Fähigkeiten.

Zusammen mit Nationalspieler Nico Schulz kreierte der Offensivmann einige sehenswerte Möglichkeiten. Zweimal schaffte er es, über die linke Außenbahn durchzubrechen. Bei seiner ersten Aktion startete er klug in den freien Raum, jedoch fand seine übermotivierte Hereingabe weder Freund noch Feind. Nur eine Minute später machte er es wesentlich besser, hielt mit Körpertäuschungen Zimmer und Zimmermann auf Distanz und flankte das Spielgerät gekonnt in die Box, doch Fortuna-Keeper Rensing rettete vor dem einkopfbereiten Kaderabek in höchster Not.

Nelson gewann an Selbstbewusstsein, seine Aktionen wurden sicherer. Er unterstützte die TSG-Defensive mit robuster Zweikampfstärke, ging dabei in 50 Prozent seiner Duelle als Sieger hervor, was für einen Offensivmann einen beachtlichen Wert darstellt. In der 87. Spielminute sorgte er für einen ganz besonderen Moment in seiner noch jungen Karriere.

Handlungsschnell und mit Coolness

Nach einer verunglückten Kopfballabwehr nahm er die Kugel handlungsschnell mit rechts an, legte dabei mit dem ersten Kontakt diesen an Innenverteidiger Bodzek vorbei und netzte den Ball mit dem linken Innenriss aus ca. fünf Metern cool ins rechte Eck ein. Torhüter Rensing blieb chancenlos. Der neue Spielstand: 1:1! Die Freude über den Ausgleich des Jungstars währte jedoch nicht lange, denn auf der anderen Seite gab es quasi im Gegenzug einen Strafstoß für die Rheinländer, nachdem Vogt den eingewechselten Karaman im Sechzehner zu Fall brachte.

Diesmal war es ein Talent in rot, welches für den Endstand sorgen würde. Dodi Lukebakio, eine 20-jährige belgische Leihgabe vom FC Watford, verwandelte ,nachdem er in der 83. noch aus zwei Metern den Querbalken traf, eiskalt vom Punkt ins linke Eck und zeigte dabei keinerlei Nerven. Bitter für Reiss und seine Hoffenheimer, nachdem sie lange Zeit um den Ausgleich kämpften und nun aber mit leeren Händen zurück in den Kraichgau reisen mussten.

Jedoch machte die Performance des gebürtigen Londoners Lust auf mehr. Aufgrund seiner Flexibilität könnte er für den Hopp-Klub noch zum entscheidenden X-Faktor werden, vor allem aufgrund der Dreifachbelastung des Champions League-Teilnehmers. Wir werden die weitere Entwicklung dieses Rohdiamants mit Argusaugen verfolgen und hoffen, dass Nagelsmann ihm den entscheidenden Entwicklungsschub verleihen kann.

Autor: Sascha Baharian/ Stand: 16.09.2018