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Scoutbericht:

Allgemeines: Dass Trent Alexander-Arnold beim FC Liverpool landet, war eigentlich früh klar. Der mittlerweile 19-jährige Defensivallrounder wurde im Liverpooler Stadtteil West Derby geboren, was nur einen Katzensprung vom Trainingsgelände der Reds entfernt ist. Mit 6 Jahren ging Trent zum Liverpooler FC, begeisterte damals jedoch noch als Stürmer. Er durchlief sämtliche Jugendmannschaften der Reds und wurde bereits mit 16 Jahren zum Kapitän der U18 gekürt. Rückblickend erzählte er, wie groß diese Ehre für ihn war und wer sein großes Idol war: „Das hängt vor allem mit Steven Gerrard zusammen. Er war mein großes Idol. Ihn Woche für Woche die Binde tragen zu sehen, löste in mir den Wunsch aus, es ihm gleichzutun. Kapitän zu sein, hat mir unheimlich viel bedeutet.“

Trotz des Hypes demütig

Im Sommer 2017 kam durch Trainer Jürgen Klopp die endgültige Beförderung in den Profikader und so absolvierte er in der Champions League-Qualifikation gegen die TSG Hoffenheim wohl eines seiner besten Spiele für die Engländer. Mit einem spektakulär geschossenen Freistoß brachte er Liverpool im Hinspiel zur 1:0 Führung. Am Ende triumphierten die Reds und setzten sich mit einem 2:1 im Hinspiel und einem 4:2 Sieg im Rückspiel durch. Im typischen Klopp-Stil lobte der 50-jährige Coach den Rechtsverteidiger: „Er ist ein unglaublicher, junger Spieler. Trent schießt schon jetzt bessere Freistöße als ich es jemals konnte.“
Der ganze Hype um seine Person, speziell die Tatsache, dass man in ihm schon eine zukünftige Stütze für die Nationalmannschaft sieht, lässt Trent absolut kalt. Auf seinen Social Media-Accounts findet man keine protzigen Autos oder andere etwaige Luxusgüter, sondern eher einen jungen, demütigen Spieler, der sich über sein Glück bewusst ist und jeden Moment als Profi genießt. Er ist ein sehr bodenständiger Typ, der stets seine Ziele vor Augen hat und sich nicht auf bereits absolvierten Leistungen ausruht.

Debüt gegen die "Red Devils"

Seinen allerersten Startelf-Einsatz bei den Profis feierte er gegen niemand geringeres als die Red Devils. „Der Trainer sagte mir um 12 Uhr mittags, dass ich spielen werde. Als ich meine Mutter anrief und es ihr erzählte, fing sie vor Freude an zu weinen“, erzählt der Mann mit der Rückennummer 66.
In der aktuellen Saison kam er in der Premier League bereits auf sechs Einsätze und in der Champions League gar auf weitere vier, in welcher er sogar noch ein Tor erzielte und ein weiteres vorbereitete.


Stärken: Neben der Bodenständigkeit, die wir bereits erwähnten, ist auch seine Flexibilität eine riesige Stärke. Bei den Profis kam er überwiegend als Rechtsverteidiger zum Einsatz, wohingegen er im U23-Team eher im zentralen Mittelfeld eingesetzt wird. Da er von seinem Offensivdrang und seinen starken Flanken lebt, könnte er ebenso auf der rechten Außenbahn zum Einsatz kommen. Dabei sollten sein feines Passspiel und seine brillante Übersicht eine große Hilfe sein.
Wie man gegen die Kraichgauer in der Champions League-Qualifikation sehen konnte, hat er auch eine sehr versierte Schusstechnik, die er nicht nur bei Standards demonstrieren konnte, sondern auch in seinen anderen Offensivaktionen.

Nicht nur dribbelstark

Auffallend sind auch sein Antritt und seine Gesamtgeschwindigkeit sowie sein Gleichgewichtssinn, welche ihm ein sehr wirkungsvolles Dribbling ermöglichen. Gerade beim 5:0 Sieg über Swansea konnte man dies bewundern, als er die Waliser reihenweise alt aussehen ließ. Besonders die Schwäne Jordan Ayew und Martin Olsson wurden vom Jungspund mehrfach vor den Kopf gestoßen. Zudem konnte er gleichermaßen in der Balleroberung glänzen, da er dem Gegner ganze vier Bälle abluchste und in eigenen Ballbesitz ummünzte.
Der junge Engländer besitzt eine hervorragende Konzentrationsfähigkeit, da er kaum Fehler begeht, was gerade mal drei Ballverluste in ganzen acht Premier League-Spielen bezeugen. Dies spiegelt sich auch in seinem enorm sicheren Passspiel wieder, das meist Passquoten über 80% in dieser Saison in Englands höchster Spielklasse aufweist.


Schwächen: Die Defensivqualitäten Alexander-Arnolds sind eher im durchschnittlichen Bereich anzusiedeln. Gerade wenn der Rechtsverteidiger dauerhaft ein Kandidat für die erste Elf und vielleicht sogar die Nationalmannschaft werden möchte, sollte er sich in Punkto Zweikampfstärke und Antizipation verbessern. Seine Entscheidungsfindung sollte rascher werden, denn passiert etwas Unerwartetes zieht er meist den Kürzeren und kommt nur schwer hinterher.
Auch physisch kann er sich gegen robustere Spielertypen zu selten durchsetzen, denn er ist gerade mal 1,75m groß und noch dazu wenig mit Muskeln bestückt. Bei seinem Kopfballspiel sollte er am Timing üben, um somit die nicht immer sattelfeste Defensive der Reds in der Luft aufzuwerten. Der Flügelverteidiger spielt gerne lange Bälle, um das Spiel zu verlagern, was an sich eine kluge Spielführung darstellt. Jedoch gelangten diese Saison nur 37 von 76 langen Pässen zum Ziel, was absolut ausbaufähig ist. 


Prognose: In Liverpool scheint man sehr überzeugt von Trent Alexander-Arnold zu sein, denn der Rechtsverteidiger unterschrieb zuletzt einen Vertrag bis 2021. Man wird ihn behutsam aufbauen und mit etlichen Einsätzen in der Premier League, aber auch in der Champions League, formen. Alexander-Arnold wird langfristig gesehen mit Sicherheit ein Stammgast in der obersten englischen Spielklasse sein, dessen ist sich auch Liverpools Nachwuchs-Chef Pepijn Lijnders bewusst: „Es gibt einfach Spieler, die sind geboren worden, um Fußballer zu werden. Und Trent gehört definitiv dazu.“
Mit Jürgen Klopp hat er zudem einen Trainer, der weiß wie er junge Spieler fördern muss, damit sie zu großen Stars werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird Trent auch zu einem Star werden und wir rechnen ebenfalls damit, dass er in der englischen Nationalmannschaft eine große Rolle spielen wird. Dafür muss er aber speziell an seinen defensiven Punkten arbeiten und diese verbessern. Schafft er dies, blüht ihm eine große Zukunft.
 

Autor: Sven Thomas/ Stand: 01.01.2018

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