Vorläufiger Scoutbericht:

Zwei Top-Talente für den HSV?

 

Der Hamburger SV schreibt zwar sportlich nur bedingt gute Schlagzeilen, allerdings ist im Hintergrund die Planung für die kommende Saison in vollem Gang. So können sich die Norddeutschen wohl im Rennen um die beiden Top-Talente Lars Lukas Mai und Manuel Wintzheimer von der U19 des FC Bayern München gegen Klubs wie den FC Schalke 04, den SV Werder Bremen, Juventus Turin sowie letztendlich auch gegen den VfL Wolfsburg durchsetzen, der eigentlich als Favorit auf eine Verpflichtung der beiden Talente galt. Wintzheimer könnte dabei fest zum HSV wechseln, bei Mai kommt nach dessen Vertragsverlängerung wohl vielleicht ein Leihgeschäft infrage, wodurch er wichtige Spielpraxis bekommen könnte.

Mit Kaderplaner Johannes Spors gab es vor nicht allzu langer Zeit bereits positive Gespräche, weshalb bei beiden ein Wechsel vorstellbar wäre. Zudem könnten sich die beiden Juniorennationalspieler bei den Hanseaten viel Spielzeit erhoffen, besonders bei einem möglichen Abstieg in Liga zwei.

Doch wer sind diese beiden Spieler, die offenbar bereits großes Interesse auf dem Markt ausgelöst haben, und warum haben die Bayern dann doch mit Mai verlängert? Genau das wollen wir jetzt erläutern.

 

 Lars Lukas Mai:

 

Der 18-jährige Mai stammt aus Dresden und wuchs dort auf. Aufgrund der Verbundenheit seines Vaters zu Dynamo Dresden, wo er auch seit 2013 Aufsichtsratsmitglied ist, spielte er in der Jugend bis 2014 für Dynamo. Doch dann führte ihn sein Weg in die Jugend des FC Bayern München, nachdem er dort von einem ehemaligen Trainer empfohlen wurde.

Bei den Münchnern konnte der zweikampfstarke Innenverteidiger dann in der Folgezeit mehrere Titel gewinnen und wurde sogar zweimal mit der Fritz-Walter-Medaille in Bronze ausgezeichnet. Diese Medaillen waren für den als zielstrebig beschriebenen Defensivspezialisten eine Bestätigung für seine durchaus harte Arbeit.

Mittlerweile ist Mai U18-Nationalspieler Deutschlands und auf dem Platz ein wahrer Führungsspieler. Im U19-Team der Bayern ist er quasi unersetzlich, denn er ist dort Kapitän und nimmt eine wichtige Rolle im Team ein. Er ist nämlich nicht nur in der Defensive aufgrund seiner Zweikampfstärke gefragt, die er auch dank seiner herausragenden Physis an den Tag legt, sondern auch im Spielaufbau äußerst wichtig für das Team von Trainer Sebastian Hoeneß. Hier fällt er besonders durch eine gute Technik in Verbindung mit einem sauberen Passspiel auf. Außerdem reagiert er nicht wirklich auf Druck von Gegenspielern und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen.

Probleme bekommt Mai erst, wenn das Tempo angezogen wird, denn er ist nicht gerade der schnellste Innenverteidiger. Das könnte auch noch ein großer Nachteil für ihn werden, wenn er diese Schwäche nicht ausgleichen kann.

 

 Manuel Wintzheimer:

 

Im Gegensatz zu Mai ist Wintzheimer dagegen Mittelstürmer, und zwar ein extrem torgefährlicher. Nach Stationen beim 1.FC Arnstein, dem 1.FC Schweinfurt 05 und der SpVgg Greuther Fürth schloss er sich 2013 der Jugend des FC Bayern München an. „Mit dem Wechsel nach München ging für mich schon ein Traum in Erfüllung, denn ich war schon als kleiner Bub Bayern-Fan. Zu Beginn war es ein riesiger Schritt für mich, ich habe mich im Internat aber immer sehr wohl gefühlt. Die gesamte Betreuung und alles, was dazugehört, sind Extraklasse. Seit wir auf dem neuen FC Bayern-Campus wohnen, ist alles noch einmal größer und moderner. Ich habe inzwischen meinen Realschulabschluss gemacht und kann mich jetzt voll auf den Fußball konzentrieren“, sagte Wintzheimer jetzt im Nachhinein über seinen damaligen Vereinswechsel.

In München begann dann eine einzige Erfolgsgeschichte des heute 19-Jährigen. Wintzheimer traf in sämtlichen Jugendteams quasi nach Belieben und spielte sich von Jahr zu Jahr immer mehr in den Fokus. In der laufenden Saison erzielte er insgesamt in 34 Partien bislang 31 Treffer und bereitete noch weitere sechs Treffer vor. Dabei spielt es keine Rolle, wo und in welcher Liga er zum Einsatz kommt. Unter den Treffern befinden sich zum Beispiel auch welche, die er in der UEFA Youth League oder der Regionalliga Bayern erzielt hat. Alleine an dieser Torquote des deutschen U19-Nationalspielers kann man schon seine Abschlussstärke erahnen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob er mit rechts oder links abschließt, denn er ist nahezu beidfüßig und vor dem Tor sowieso eiskalt. Darüber hinaus glänzt er auch mit überaus präzisen Freistößen, die er schon zahlreich im Tor des Gegners unterbringen konnte.

Durch seine herausragenden Leistungen schaffte er es zudem schon bei den Profis in den Kadern für die Partie in der Champions League bei Celtic Glasgow. „Ich habe erst Sonntag erfahren, dass ich dabei bin. Ein schönes Erlebnis. Natürlich hofft man, vielleicht einen Einsatz als Joker zu bekommen“, sagte Witzheimer zu seiner Nominierung. Doch nicht nur sein Abschluss macht ihn so stark, sondern auch sein Blick für seine Mitspieler. Diese vergisst er indes nicht, sondern hat sie ebenfalls im Hinterkopf und bereitet so bei passender Gelegenheit auch Chancen für diese mit gut getimten Pässen vor. Zu guter Letzt muss man noch sagen, dass er genau so gut mit nach hinten arbeitet und seine Mitspieler nicht im Stich lässt, sondern sie unterstützt.

Autor: Florian Först / Stand: 27.04.2018